AZ zeigt die Neubaugebiete Hier werden Wohnungen gebaut: Wo München neu entsteht

Hier wird gebaut: Die Stadt hat zahlreiche neue Wohngebiete ausgewiesen. Foto: Lukas Barth/dpa

Kleine Lückenschlüsse oder große Gebiete: Die Stadt München baut auf vielen freien Flächen. Eine kleine Auswahl an Bauprojekten.

 

München - München ist voll. Und die Stadt wird noch wachsen. Bis im Jahr 2040 sollen 1,8 Millionen Menschen hier wohnen. Nur wo? Die Stadtverwaltung hat angekündigt, jährlich 7.500 neue Wohnungen bauen zu wollen. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das bundesweit einzigartig ist. Vier Bauprojekte stellt die AZ hier vor.

Perlach: Piederstorfer Kiesgrube

In der früheren Piederstorfer Kiesgrube in Perlach sollen bald 3.000 Münchner wohnen. Das Gelände ist eine der letzten zusammenhängenden Freiflächen, die München noch hat. Bis 2028 sollen zwischen Friedrich-Creuzer-Straße und dem Karl-Marx-Ring 1.350 Wohnungen, drei Kindertagesstätten, Einzelhandel sowie Grün- und Freiflächen entstehen.

Das Planungsgebiet an der Grenze zwischen Trudering und Neuperlach ist 12,8 Hektar groß, früher stand hier ein Betonwerk mit Kiesgrube. Als Zentrum des neuen Viertels ist ein öffentlicher Park vorgesehen. Zudem sind 1.600 Quadratmeter Fläche für den Einzelhandel reserviert.

2014 lobten die "Demos Wohnbau GmbH" und die "Büschl Unternehmensgruppe" in Abstimmung mit der Stadt München einen Wettbewerb aus. Als Sieger ging der Entwurf des Büros "Riegler Riewe Architekten" hervor. Ende 2017 beschloss der Stadtrat den Bebauungsplan für das Gelände. Baubeginn ist in diesem Jahr geplant.

Bayernkaserne: "Urbanes Gebiet"

Jetzt, wo klar ist, dass der Autobauer BMW wirklich wegzieht, wird das Projekt auf und an der ehemaligen Bayernkaserne realer denn je. Bis 2030 sollen in dem Neubaugebiet 15.000 Menschen leben. 48 Hektar ist das Planungsgebiet auf dem ehemaligen Militärgelände in Freimann und den Gewerbeflächen an der Heidemannstraße groß. Neben 5.500 Wohnungen sollen Kindertagesstätten, Schulen, soziale Einrichtungen und Geschäfte entstehen. Hinzu kommen öffentliche und private Freiflächen: ein Stadtpark, zwei Grünflächen im Norden und Süden, gemeinschaftliche Dachgärten und Innenhöfe.

Die Bayernkaserne ist das erste Münchner Gebiet, das als "urbanes Gebiet" entsteht. Eine Kategorie, die es erst seit 2017 im Baugesetzbuch gibt.

Sie regelt unter anderem die Geschossfläche für Neubaugebiete. Demnach dürfen die Gebäude auf dem Gelände deutlich höher gebaut werden als das noch in Freiham der Fall ist.

Da nahezu das gesamte Gelände in städtischem Besitz ist, wird es in der Bayernkaserne höchsten 20 Prozent frei finanzierte Wohnungen geben. Eine Chance, die Mieten von städtischer Seite im Zaum zu halten.

Fasangarten: Autofreies Wohngebiet

Im Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten geht es um vier Hektar Feld an der Münchberger Straße, das bald bebaut werden soll.

Das Areal grenzt direkt an die Autobahn Richtung Salzburg an. 2016 hat das Architekturbüro "Beer Bembé Dellinger" den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen. Die Planer stellen sich auf dem Gelände eine Bebauung mit punktförmigen Einzelhäusern mit etwa 200 Wohnungen sowie eine vier- bis fünfgeschossigen Schallschutzbebauung vor.

Ergänzend sind vielfältige Freiflächen vorgesehen, die zur Autobahn von einem Wall geschützt werden. Das Wohngebiet selbst soll autofrei sein.

Schon jetzt gibt es viel Kritik für das Vorhaben. Das Quartier würde mit den Neubauten um mehr als das Doppelte auf 1.000 Einwohner wachsen, ohne dass neue Läden entstünden oder die Zufahrtsstraßen breiter würden.

Zudem wollen die Bewohner das Grün in der Nachbarschaft erhalten und bangen um die Frischluftschneise vom Gleißen und Hachinger Tal her.

Die geplante Riegelbebauung hin zur Autobahn stößt auf Unmut. Diese ist nicht nur aufgrund des Lärms geplant, sondern auch, weil auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn ein neuer Wertstoffhof an der städtischen Kompostieranlage entsteht.

Einen Bebauungsplan gibt es für das Gebiet noch nicht. Ein entsprechender Entwurf soll dem Stadtrat Ende des Jahres zur Abstimmung vorgelegt werden.

Ratzinger Platz: Begrüntes Quartierszentrum

Er wird als Münchens hässlichster Platz gehandelt: Der Ratzingerplatz in Obersendling ist seit Jahrzehnten eine Brache. Und ziemlich greislig.

Auf der 13,2 Hektar großen Fläche sind ein Quartierszentrum mit Schulen, Geschäften, Wohnungen, Büros sowie kulturellen, sozialen und Dienstleistungsangeboten geplant.

Die Schwerpunkte der Planung sind die beiden Schulen, auf die auch der Bezirksausschuss (BA) schon lange drängt. Eine fünfzügige Grundschule sowie ein sechszügiges Gymnasium werden bis 2023 entstehen. Beide Schulstandorte sollen künftig durch die Schaffung von Grün- und Wegenetzen miteinander verbunden werden.

Darüber hinaus wird es auf dem Areal etwa 200 neue Wohnungen geben.

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