AZ-Stadtspaziergänger Schwanthalerhöhe: Alt und neu gleich nebenan

Am früheren Messegelände ist heute eine moderne Bürowelt entstanden. Foto: Sigi Müller

Durchs einstige Arbeiterviertel schlängelt sich die Ganghoferstraße. Ein vielfältiges Pflaster!

 

Schwanthalerhöhe - Mein Spaziergang startet diesmal von der Westendstraße aus und geht in die Ganghoferstraße. Mein Halbwissen sagt mir, dass diese Straße natürlich nach dem Schriftsteller Ludwig Ganghofer benannt sein muss. So ist es aber nicht.

Benannt ist die Straße nach Jörg von Halspach, auch Halsbach, Ganghofer, oder Jörg von Polling genannt. Dieser war ein Münchner Baumeister, dessen Hauptwerk die Frauenkirche in München ist, die von 1468 bis 1494 erbaut wurde. Wieder etwas gelernt.
1878 wurde die Straße erstmals erwähnt. Zu sehen gibt es hier im klassischen Arbeiterviertel Wohnblöcke entlang der Straße, kleine Geschäfte, viele Lokale.

Der "Schinkenpeter" war im Viertel bekannt

Links zweigt die Schwanthalerstraße ab. Noch sehr schmal ist sie hier, nicht zu vergleichen mit dem unteren, östlichen Teil der Straße, die später in die Sonnenstraße mündet.

Am Eck Tulbeckstraße ist das "Zum Ganghofer", ein Speiselokal. Ende der 80er bis Anfang der 90er wohnte ich in der Tulbeckstraße direkt neben diesem Lokal, damals hieß es freilich noch "Schinkenpeter". Oft erlag ich dem guten Duft aus der Küche nebenan, der durch das geöffnete Schlafzimmerfenster zu mir hereinwaberte. Und nicht selten stand ich noch mal auf, um mir doch noch eine Kleinigkeit zu holen, bevor die Sperrstunde zuschlug.

Am Georg-Freundorfer- Platz die U-Bahnhaltestelle Schwanthalerhöhe. Die U4 und U5 düsen hier unten durch. Links das ehemalige Messegelände, das längst zu einem modernen Gewerbe- und begehrten Wohngebiet geworden ist.

Am Westpark endet die Ganghoferstraße

Gegenüber die alten, verzierten Wohnblöcke und das Café Westend, schon nähere ich mich der Eisenbahnbrücke, von der aus man zur Rechten einen schönen Blick auf das bunte ADAC-Hochhaus hat. Danach liegt rechts ein altes Gebäudeensemble mit dem Brückenstüberl, nebenan das Nerodom – damals der "Ganghofer Keller", der unter Eingeweihten auch als "Hin und mit" bekannt gewesen ist.

Hinter der Brücke über der Straße, die nach rechts in den Westpark führt, biegt die Ganghoferstraße ab und endet, durch ein Wohngebiet mit Handwerkern in den Hinterhöfen führend, in einer kleinen, schönen Wohnanlage mit viel Grün.

In diesem Sinne, eine schöne Woche!

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