AZ-Serie: Wilde Heimat Der Mäusebussard

Der Mäusebussard. Foto: Christoph Sieradzki

Landshut - Eine leicht gezuckerte Landschaft wie auf dem Bild hier macht den Mäusebussard nicht zu schaffen: Wenn es aber so extrem zugeht wie in den vergangenen Wochen, dann stoßen auch Mäusebussarde an ihre Grenzen, was die Nahrungssuche angeht. Sie haben sehr gute Augen und können Mäuse - ihre Leibspeise - auch aus größerer Entfernung sichten. Wenn sich die Mäuse allerdings unter einer dicken Schneeschicht ihre Gänge anlegen, können sie die Bussarde nicht wie ein Fuchs durch das Gehör aufspüren.

Deshalb sieht man Mäusebussarde zurzeit häufig entlang von Straßen auf Pfosten sitzen. Im Sitzen verbrauchen sie weniger Energie, entlang der Straße können sie darauf hoffen, dass irgendein anderes Tier unter die Räder kommt, an dessen Kadaver sie sich laben können.

Mäusebussarde sind bei uns im Landkreis Landshut die häufigsten Greifvögel. Es gibt sie nahezu in allen Farbvariationen, von fast komplett schwarzbraun über rötliche Varianten bis hin zu reinweißem Gefieder.

Mäusebussarde wiegen weniger als ein Päckchen Mehl

Zurzeit sieht man sogar eine noch größere Variation in den Farben da viele Bussarde aus dem Norden hier überwintern. Bis vor kurzem konnte man die Farbvarianten der selbst beobachteten Bussarde an das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen melden. Im Projekt "Buteo Morph" wollen Wissenschaftler herausfinden, ob es Unterschiede bei den verschieden gefärbten Bussarden im Verhalten oder in der Verbreitung gibt. Informationen zu der Forschung des Max-Planck-Institutes gibt es auf https://www.orn.mpg.de und auf der nächsten kostenlosen Führung im Frühjahr. Es gibt sogar ein eigenes Schüler-Lehrerportal unter www.mpg.de/schuelerportal.

Mäusebussarde werden im Durchschnitt zehn Jahre alt. Obwohl sie mit über einem Meter Spannweite relativ groß sind, wiegen sie nicht mal so viel wie ein Päckchen Mehl. Wie alle Vögel haben sie Knochen, die innen hohl sind und erscheinen durch ihr Federkleid wesentlich schwerer als sie eigentlich sind.

Mitte Februar beginnt die Balzzeit

In etwa einem Monat, Mitte Februar, beginnt die Balzzeit. Mit Balzflügen und dem bei uns fast überall hörbaren "hiäääääää" grenzt der Vogel sein Brutrevier ab. Erst kreisen die Bussarde - dann steigen sie plötzlich steil auf und lassen sich fast senkrecht fallen. Fremde Mäusebussarde werden mit schnellem Anflug mit Flügelschlägen aus dem Luftraum über dem Brutrevier vertrieben, wo das Tier ab März mit dem Nestbau beginnt.

In Brehms Tierleben heißt es: "Seine Stimme ähnelt dem Miauen einer Katze, und ihr verdankt er seinen Namen, da das Wort ‚Buse' soviel als Katze bedeutet, der Bussard also Katzenaar genannt worden ist." "Buse" ist ein altes neuhochdeutsches Wort für Katze, das sich vom Lockruf "bus! bus!" ableitet. Der neuhochdeutsche Begriff "Aar" bedeutet Adler und wird zum Teil noch in der Falknerei benutzt.

Zur Serie: Um uns herum sind so viele Naturphänomene versteckt, die eigentlich keiner kennt. Genau um diese kleinen (und großen) Geheimnisse von Tieren, Pflanzen und Insekten geht es in der AZ-Serie "Wilde Heimat" mit Naturexperte Philipp Herrmann. Er ist als "Vogelphilipp" ständig mit seinem Fernglas unterwegs und kennt alle Vogelstimmen auswendig. Doch auch für anderes hat er einen Blick. Und genau den teilt er in der "Wilden Heimat" mit den AZ-Lesern. Die Fotos stammen von Christoph Sieradzki aus Essenbach. Der Fotograf legt sich mit seiner Kamera und vielen verschiedenen Objektiven in Landshut, im Landkreis, aber auch weltweit auf die Lauer, um die spektakulären Aufnahmen für die "Wilde Heimat" zu liefern. Wer sich für mehr von Christoph Sieradzki interessiert, ist auf www.naturfotografie.la genau richtig.

 

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