AZ-Serie "Wandern" Beim Schuh zählen innere Werte

Die Anschaffung eines Bergschuhs erscheint als eine Wissenschaft für sich. Dabei gibt es einige simple Tricks, die helfen, die perfekten Treter zu finden. Die AZ gibt den Überblick

 

Der Sommer naht, und mit ihm die Wander-Saison. Zwar hängen in den höher gelegenen Bergtälern noch Schneebretter, viele Wege sind noch voller Matsch. Wahre Bergfans kann das aber nicht schrecken, die ersten Gipfel zu erklimmen. Damit es sicher und ohne schmerzende Blasen auf den Berg geht, ist eines unentbehrlich: Das richtige Schuhwerk.
Wie man das findet, hat die AZ einen Experten gefragt. Der Bergführer Georg Schindel verrät Tipps und Tricks zum Kauf.

Worauf muss man beim Kauf von Wanderschuhen achten? Ganz wichtig: Ein Bergschuh sollte über den Knöchel gehen und ein geländetaugliches Profil haben. Außerdem sollte man wissen, in was für einem Gelände man sich bewegt. Wenn man einfache, präparierte Bergwege für normale Wandertouren bevorzugt, reicht es, einen Bergschuh der Kategorie A zu nehmen. Das sind leichte, wasserabweisende Schuhe mit einer recht flexiblen Sohle. Die Kategorie B verfügt über eine härtere Sohle, ist schwerer, robuster und gerade jetzt für das Frühjahr ein guter Begleiter. Diese Schuhe geben bei Passagen mit Schnee und Matsch einen guten Halt und Trittsicherheit. Zwischen 169 Euro und 250 Euro muss man für Schuhe der Kategorie A und B schon ausgeben. Bergschuhe der Kategorie C sind etwas für hochalpine Wanderungen in den Alpen. Sie haben eine harte Sohle, ein spezielles Profil und sind sehr robust. Und man kann Steigeisen dranschnallen. Hier geht es preislich bei 250 Euro los.

Wie wichtig ist eine gute Passform der Schuhe? Viele achten auf eine gute Optik, etwa welche Farbe der Schuh und die Schnürbänder haben. Das ist falsch. Beim Bergschuh sollten ausschließlich die inneren Werte zählen. Da spielt die Passform eine sehr wichtige Rolle. Am besten im Laden die Sohle aus dem Bergschuh nehmen und sich darauf stellen. Wenn noch ein Finger zwischen Sohlenspitze und Fußzehen passt, kann kaum noch etwas schief gehen. Ein Bergschuh sollte genügend Freiraum für die Zehen bieten, damit man nicht vorne anstößt. Der Fuß darf aber nach dem Schnüren auch nicht schwimmen. Mit dem "Fingertest" ergibt sich für den Auf- und Abstieg eine gute Größe und Passform. Das gilt für Erwachsene und für Kinder.

Welche Trends sind gerade gefragt? Nostalgie ist angesagt. Die Leute wollen keine bunten, flippigen Bergtreter mehr, sondern einen authentischen Bergschuh aus Leder. Der verleiht vielen Wanderern schon beim bloßen Anblick ein gutes, sicheres und vertrautes Gefühl.

Können Sie noch einen Tipp fürs Wandern im Frühjahr geben? Momentan gibt es in den höher gelegenen Bergtälern immer noch vereinzelt Schneebretter, Eis und rutschige Passagen. Für solche Touren kann ich Grödeln empfehlen. Das sind ganz leichte Steigeisen, die man man an jeden Bergschuh schnallen kann, und die für eine sehr gute Trittsicherheit und Stabilität sorgen. Damit ist man bei jedem Schritt und Tritt in den Bergen sicher.

 

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