AZ-Serie: Münchens Skigebiete Von brav bis böse

Elf Kilometer Pisten gibt es auf dem Wendelstein - manche steil, andere flacher. Foto: Wendelsteinbahn

Der zwölfte und letzte Teil der Serie der beliebtesten Skigebiete der Münchner: Auf dem Wendelstein fanden einst rasante Rennen statt. Heute gibt’s auch Strecken für gemütliche Fahrer

 

Ein Skiberg wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Hier der eher gemütliche Wendelstein mit breiten, sonnenverwöhnten Pisten. Dort der urige und raubeinige Wendelstein mit steilen Hängen, hundsgemeinen Buckeln und mächtigen Tiefschneehängen.

Im Winter ist der 1838 Meter hohe Gipfel viel mehr als ein beliebtes Ausflugsziel. Hier kann man Skifahren wie in guten alten Zeiten. In den fünfziger Jahren und sechziger Jahren fanden hier große Rennen statt. Wer nach den legendären Pfeilrennen den Goldenen Pfeil als Siegertrophäe am Revers stecken hatte, der war ein echter Held, auch weil die Rennen mitunter lebensgefährlich waren. Daran erinnern auch Gedenktafeln wie etwa an den Rupp Mandi aus Rosenheim, der 1956 beim Abfahrtstraining in der tiefen Klamm zu Tode stürzte, und dem Huber Alfred, der bei der Schussfahrt vom Seehang an einem Felsen sein Leben gelassen hat. Der Wendelstein war ein Mythos. Was auch Weltklasse-Skifahrer wie Anderl Molterer und Ernst Hinterseer aus Kitzbühel zu den Rennen lockte.

Doch nun zur Abfahrt. Rauf zur Bergstation geht es mit der Seilbahn von Osterhofen bei Bayrischzell oder mit der Zahnradbahn von Brannenburg. Zur Einstimmung gibt es herrliche Aussichten und dann den steilen Hotelhang. Weiter unten beim Lacherlift kann man sich entscheiden zwischen brav und böse. Brav ist die mittelschwere Abfahrt runter zur Talstation der Seilbahn. Sportliche Fahrer nehmen den Schlepplift und starten oben zur Ostabfahrt. Erste steile Passage ist der Soinhang. Nach dem Auslauf geht es hinein ins mindestens genauso steile Gschwandt, das gerne mit dicken Buckeln durchsetzt ist.

Entspannen kann man auf dem kurzen Flachstück zum Gleishang, einer langen und oft buckligen tiefschwarzen Passage. Über das Gleis der Zahnradbahn kommt man zur Mitteralm, bei Skifahrern eine beliebte Einkehrstation. Wer jetzt noch nicht genug hat, der kann sich noch den Stockhang hinunter bis zur Bedarfshaltestelle Aipl antun. Früher sind sie bis dorthin Abfahrtsrennen gefahren. Mit alten Skiern im Schuss den hängenden Steilhang hinunter, da kriegt man heute noch eine Gänsehaut.

Skigebiet Wendelstein:
Schneehöhen: 30/128 cm
Pisten: Insgesamt 11 km - 4 km schwer, 7 km mittel.
Preise: Tageskarte 29 Euro (Erwachsene), 18 Euro (Kinder).
Infos: Wendelsteinbahn Tel. 08034-3080, www.wendelsteinbahn.de

 

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