AZ-Serie München 2030 Im Stadtbezirk entsteht eine Kleinstadt

Verkehrsschlagader in Freimann: der Tatzelwurm. Foto: Martha Schlüter Foto: Linda Jessen

Der Bezirk im Norden Münchens ist der Benjamin Button unter den Vierteln – wie der Held des gleichnamigen Films altert Schwabing-Freimann quasi rückwärts.

 

Schwabing-Freimann - Durch starken Zuzug junger Menschen wird der Altersdurchschnitt hier laut Prognosen von 40 auf 39,3 Jahre sinken. Mit rund 75 Prozent Anstieg liegen die 5- bis 14-Jährigen fast an der Spitze der wachsenden Altersgruppen. Übertroffen werden sie nur noch von den 35- bis 44-Jährigen – um satte 81 Prozent wird deren Zahl wachsen.

In den nächsten Jahren werden also verstärkt junge Familien in den Stadtbezirk 12 ziehen. Vor allem die anstehenden Wohnbauprojekte dürften der Grund sein, warum das Viertel für Junge attraktiver wird. 4000 Einheiten auf dem Gelände der Bayernkaserne, 1680 bei der Funkkaserne und in der Parkstadt Schwabing stehen auch noch 1030 Wohnungen an – um nur die größten Projekte zu nennen. Insgesamt entstehen bis 2030 voraussichtlich 8300 neue Wohneinheiten.

„Die Entwicklung im Areal der Bayernkaserne wird Freimann entscheidend prägen“, ist sich der BA-Vorsitzende Werner Lederer-Piloty sicher, „hier entsteht eine mittlere Kleinstadt.“ Schulen, Nahversorgung und hoffentlich ein Kino, würden hier in den nächsten Jahren gebaut. Bisher war Freimann eher vorstädtisch, jetzt züngelt die Großstadt in den Norden. „Den Gartenstadtcharakter sollte man aber bewahren“, wünscht sich Lederer-Piloty. Besonders wertvoll ist auch die Fröttmaninger Heide mit vielen seltenen Pflanzenarten. „Die wird jetzt glücklicherweise zum Naturschutzgebiet“, freut sich der BA-Vorsitzende.

Er selbst ist seit 30 Jahren in Schwabing zuhause. Besonders die bunte Szene ist ihm ans Herz gewachsen. Einst war’s das wilde Künstlerviertel, heute leben hier Lebenskünstler, Freiberufler und Familien Tür an Tür. Das Angebot an Läden, Kleinkunstbühnen und kleinen Parks (ganz abgesehene vom Englischen Garten) ist groß.

Indes tut sich was in der ehemaligen Eisenbahnhalle, die so lange Zeit verwaist war. Zu dem hier entstehenden Kreativcampus gesellt sich das Forum Mobilität, eine Art Oldtimer- und Automobilmuseum. „Auch wenn recht viel über Autos geschimpft wird, erfreuen sie sich doch großer Beliebtheit. Das wird mit Sicherheit ein Publikumsmagnet“, verspricht Lederer-Piloty. Den jungen Familien, die kommen werden macht er Mut. Er hat selbst zwei Söhne in Schwabing großgezogen und den Stadtbezirk immer als familienfreundlich erlebt.

„Schwabing lohnt sich“, lacht er. Na dann – ab in den Norden.

 

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