AZ-Serie: Ihr Viertel 2040 Ramersdorf-Perlach: Zwischen Dorfidylle und Hochhaus

Der Ortskern von Altperlach wirkt fast dörflich. Foto: Daniel von Loeper

Münchens einwohnerstärkster Bezirk verändert sich stark – und wird 2040 die meisten Babys der Stadt beherbergen.

 

München - Der 16. Stadtbezirk ist ein Ort der Gegensätze: Der kleine Ramersdorfer Ortskern mit der Kirche Maria Ramersdorf, Münchens älteste Wallfahrtskirche, der weitläufige Ostpark mit Michaelibad und Eislaufarena, das idyllische Altperlach und etwas südlicher Neuperlach mit dem Einkaufszentrum Pep – all das ist Teil des Stadtbezirks Ramersdorf-Perlach.

Eigentlich gar nicht so verwunderlich, denn der Bezirk vereint nicht nur mehrere sehr verschiedene Stadtviertel, sondern ist auch der einwohnerstärkste der 25 Stadtbezirke.

Ramersdorf-Perlach: Nirgends leben mehr in München

Schon 1864 wurde die Gemeinde Ramersdorf in die Stadt eingemeindet. Dort, wo früher die alte Trambahn gewendet ist, ist heute ein grüner Park. An den schließt sich die sogenannte "Mustersiedlung" an, eine Siedlung mit kleinen Häusern und Villen, die 1934 von den Nationalsozialisten als "perfekte Siedlung" errichtet wurde.

Perlach wurde erst 1930 eingemeindet. Das Viertel ist jedoch deutlich älter: Urkundlich erwähnt wurde Perlach nämlich schon um das Jahr 790.

Doch wer wohnt in Ramersdorf-Perlach? Der Pfarrvikar Georgios Zigriadis der Kirche Maria Ramersdorf lebt selbst im Viertel: "Hier kommen viele verschiedene Menschen zusammen", erzählt er. "Auf der einen Seite die Leute und Familien aus den Einfamilienhäusern, auf der anderen Seite die Bewohner der Gewofag-Häuser, in denen auch viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Aber die Vielfältigkeit macht das Viertel auch sehr schön." Im Bezirk hat etwa jede dritte Person einen ausländischen Pass – eine Zahl, die in Zukunft wohl noch steigen wird. Die meisten Ausländer im Viertel kommen aus der Türkei, Kroatien, Italien und Griechenland.

Ramersdorf-Perlach: 2040 leben hier die meisten Babys

Mit 42,2 Jahren im Durchschnitt zählen die Bewohner des Bezirks zwar zu den ältesten, dennoch hat Ramersdorf-Perlach vergleichsweise auch einen sehr hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen. Über ein Viertel aller Bewohner sind unter 18 – eine Zahl, die sogar leicht ansteigen wird. Anders als in vielen anderen Bezirken liegt diese Entwicklung allerdings nicht am Zuzug von Jüngeren, sondern an der hohen Geburtenrate. 2040 wird der Bezirk voraussichtlich die meisten Babys im Münchner Stadtgebiet beherbergen.

Eine Entwicklung, die sich auch in Ramersdorf-Perlach stark bemerkbar macht, sind die Neubauten. Vieles davon ist schon in den letzten Jahren zu beobachten gewesen (etwa rund um die Balanstraße, wo mit der "Neuen Balan" ein schickes Büroviertel entstand. Zeitweise sollten sogar Richter aus dem Justizpalast in Ramersdorf Quartier beziehen.

Ramersdorf-Perlach: 6.900 neue Wohnungen sollen entstehen

In Zukunft werden in dem Viertel aber vor allem Wohnungen entstehen, insgesamt über 6.900, so zumindest der Plan. Die spannendsten Projekte sind dabei wohl das Piedersdorfer-Gelände im Osten der Stadt und das Neubauprojekt an der Hochäckerstraße nördlich des Neuen Südfriedhofs. Auch wegen dieser Neubauten wird die Einwohnerdichte von 5.800 auf fast 6.800 Einwohner pro Quadratkilometer ansteigen. Das ist für einen am Stadtrand gelegenen Bezirk wie Ramersdorf-Perlach relativ viel.

Dem Pfarrvikar gefallen trotzdem eher die dörflichen Seiten seines Viertels: "Rund um unsere Kirche, da ist noch dieses klassische Ensemble aus Kirche, Wirtshaus und Schule – das ist wirklich besonders schön."

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