AZ Serie: Ihr Viertel 2040 Obergiesing-Fasangarten: Kaum Neubauten, kaum Wachstum

Das neu erbaute Parkviertel Giesing auf dem ehemaligen Agfa-Gelände. Foto: Emily Engels

Lediglich 900 Wohnungen sollen in den kommenden Jahren in Münchens 17. Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten noch entstehen.

 

Obergiesing-Fasangarten - Die ehemals bäuerlich-ländliche Gemeinde Giesing wurde 1854 in das Stadtgebiet eingegliedert und 1936 Obergiesing und Untergiesing aufgeteilt. Bis heute sind es zwei Stadtbezirke: Untergiesing-Harlaching und Obergiesing-Fasangarten.

Das ist heute der 17. Stadtbezirk. Er bildet einen recht schmalen Streifen zwischen dem Südost-Abschnitt des Mittleren Rings und der S-Bahnlinie 3 nach Holzkirchen und umfasst sowohl Teile des Innenstadtrandbereiches (Alt-Giesing), wie auch des südöstlichen Stadtrandes (Fasangarten).

Nah zum Zentrum, nah zur Isar

Durch den Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser setzte mit Beginn der Nachkriegszeit eine rege Neubautätigkeit ein: gut Dreiviertel des Wohnungsbestandes wurden nach 1948 erbaut.

Die Nähe zum Stadtzentrum und – von vielen Vierteln aus – zur Isar macht den Stadtteil zu einem beliebten Wohnort für viele Münchner – derzeit zählt Obergiesing-Fasangarten knapp 55.000 Einwohner.

Vergleichsweise geringes Wachstum im Bezirk

Dennoch geht Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) bis 2040 von keinem sonderlich großen Wachstum des Bezirks mehr aus. Die Einwohnerzahl soll lediglich noch um 6,3 Prozent steigen. Stimmen die Prognosen des Planungsreferates, zählt der Bezirk 2040 58.000 Einwohner.

Dieses vergleichsweise geringe Wachstum (München wächst insgesamt bis 2040 um 18,8 Prozent) liegt unter anderem daran, dass auf Grund der überwiegend dichten Bebauung kaum noch Raum für neue Wohnungen vorhanden ist.

Obergiesing-Fasangarten: Kaum Platz für Neubauten

Das Planungsreferat geht von lediglich 900 Wohnungen aus, die in den kommenden 20 Jahren noch gebaut werden. Für mehr fehlt der Platz. Schon jetzt wohnen rund 9.590 Einwohner pro Quadratkilometer im Bezirk. 2040 werden es 10.200 sein. Dabei handelt es sich vorwiegend um Projekte rund um die Tegernseer Landstraße sowie die Chiemgaustraße.

Den letzten größeren Wachstumsschub erfuhr der Stadtbezirk zwischen 2013 und 2015, als alleine auf dem ehemaligen Agfa-Gelände rund 1.000 neue Wohnungen entstanden. Auch der Altersdurchschnitt wird in den kommenden Jahren im 17. Stadtbezirk wohl deutlich ansteigen.

Stadtbezirk 17 wird älter

Das Durchschnittsalter wird sich von heute 40,3 auf 42,1 Jahre anheben. Nur im Bezirk Schwanthalerhöhe geht das Planungsreferat von einer noch deutlicheren Alterung der Bevölkerung aus. Junge Familien wiederum werden in Obergiesing-Fasangarten zukünftig seltener anzutreffen sein – wenn man nach der neuesten Prognose von Stadtbaurätin Elisabeth Merk geht.

So ziehen Erwachsene im Alter zwischen 25 und 39 Jahren sowie dazugehörende Kinder im Alter zwischen null und vier Jahren weg. Der Erfahrung von Stadtbaurätin Merk nach ziehen diese wiederum in äußere Bezirke – dorthin, wo die Mieten vergleichsweise noch günstig sind.

Obergiesing-Fasangarten gehört insgesamt zu den internationaleren Bezirken: Als ehemals typisches Arbeiter- und Handwerkerviertel weist der Bezirk seit jeher einen überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil auf. Lag dieser 2017 noch bei 30,4 Prozent, so wird er bis zum Jahr 2040 auf 35,6 Prozent ansteigen.

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