AZ-Serie: Garteln in München Gruppenbeete und Gartenprojekte in der Stadt: Gemeinsam garteln

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Das Projekt O'pflanzt is ist jetzt beim Olympiapark. Foto: O'pflanzt is

Ob Beetpatenschaft oder Gartenprojekt: In der Stadt gibt es viele kleine grüne Inseln, die bepflanzt und gepflegt werden wollen. Der dritte Teil der AZ-Serie.

 

München - Zusammen etwas aufbauen und zusammen etwas erhalten: In Gemeinschaftsgärten gibt es (meist) keine eigenen Beete, sondern alle garteln miteinander. Münchens bekanntestes Projekt ist der Ökogarten O’pflanzt is, der jetzt zum Olympiapark umgezogen ist.

In anderen grünen Gärten in der Stadt können Münchner Beetpatenschaften übernehmen und so ihr eigenes, kleines Stückchen Land bewirtschaften. Dass das Gemeinsame dabei besonders Spaß macht, versteht sich von selbst.

Die Gärtner tauschen sich über Methoden und Probleme aus und übernehmen auch mal das Gießen, wenn jemand im Urlaub ist. Hier stellen wir Ihnen Projekte vor, für die Sie sich bewerben oder bei denen Sie vorbeischauen und losjäten können – oft unter professioneller Anleitung wie im Ökologischen Bildungszentrum.

Münchens berühmtester Ökogarten

Eineinhalb Jahre lang grünte es nicht mehr bei O'pflanzt is, dem Garten-Projekt, das zuletzt am Leonrodplatz daheim war. Jetzt hat Münchens bekanntestes Gemeinschaftsgartenprojekt (unter anderem durch einen Film, der Premiere beim Dok.fest gefeiert hat) ein neues Zuhause am Olympiapark gefunden.

Auf dem Gelände der Montessori-Schule bewirtschaften die O'Pflanzer eine Fläche von 3.300 Quadratmetern. Schüler, Eltern und Lehrer helfen mit und lernen von den erfahrenen Gärtnern. An jedem ersten Samstag im Monat sind Interessierte ab 14 Uhr willkommen bei den Garteltagen. "Wenn die Leute dann wissen, was zu tun ist, können sie jederzeit vorbeikommen", sagt Almut Scherer, die seit den Anfängen 2011 dabei ist.

In rund 30 Hochbeeten und sonstigen Pflanzbehältern wird ökologisch angebaut, also ohne synthetischen Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel. Genutzt werden möglichst samenfeste Sorten, und so weit es geht, werden Prinzipien der Permakultur umgesetzt.

Grüne, essbare Stadt

Green City - trägt es im Namen - unterhält mehrere Grünflächen. Für die Beetpatenschaften am Goldschmiedplatz und im Nussbaumpark können sich Interessierte erst wieder für das nächste Jahr bewerben. Für das Projekt "Essbare Stadt" mit einem Gemeinschaftsgarten auf dem Gelände der Baumschule Bischweiler in Untergiesing kann man sich schon jetzt für die Saison 2020 anmelden: www.greencity.de/anmeldung-fuer-eine-beetpatenschaft/

Garteln ohne Grenzen

Auf über 30 Einzelparzellen und Gemeinschaftsbeeten wird im Interkulturellen Garten Blumenau gemeinsam gewerkelt. Es gibt noch freie Plätze und jeden ersten Mittwoch im Monat können Interessierte im Nachbarschaftstreff Blumenau, Rolf-Pinegger-Straße 5, um 18.30 Uhr vorbeischauen.

Im Garten Kösk, der kulturellen Zwischennutzung der ehemaligen Stadtbibliothek im Westend, trifft sich eine kleine Gruppe nach Absprache und freut sich über Mitgärtner. Die melden sich unter garten.koesk@gmx.de oder Tel. 550 64 585.

Werkeln im Werksgarten

Wie es sich für ein Kollektiv gehört, zieht man sich sein Gemüse und die Kräuter im Container Collective selbst. Die zehn Hochbeete unter der Organisation von Martin Schütz sind für dieses Jahr schon vergeben, aber wer zum Riesenradfahren beim Ostbahnhof vorbeischaut, freut sich am Grün. Entlang der Friedenstraße wird eine große zweiseitige Hecke entstehen, auch als Nistplatzangebot für Vögel.

Bunter Bahngarten

Erst seit diesem Monat wird auch auf dem Gelände vom Bahnwärter Thiel zwischen Schiffscontainern, U-Bahn und Kunstpavillon gegärtnert. Und ein AZ-Leser, der eine Beetpatenschaft gewonnen hat, ist auch dabei. Auf dem ehemaligen Viehhofgelände sind derzeit schon alle Beete vergeben, wer aber Lust hat, seine Hände in Erde zu stecken, kann schauen, ob die Gemeinschaftsbeete ein bisserl Pflege benötigen. Und wenn's nichts zu tun gibt, kann man sich auf ein altes Sofa setzen und Graffiti anschauen – auch schön.

Experimentiergarten

Der Experimentiergarten im Ökologischen Bildungszentrum (Englschalkinger Str. 166) ist in 16 Parzellen mit 16 Themen aufgeteilt: gärtnerische Methoden (Mischkultur, Terra preta), aber auch alte Gemüsesorten und Gärtnern für Kinder. Jeden Samstag ab 14 Uhr wird gegartelt, jeder kann vorbeikommen. Mitgarteln ist auch beim Stadtacker am Ackermannbogen zwischen Edeka und Mittelschule mittwochs und freitags von 17 bis 19 Uhr möglich.


AZ-Serie: Garteln in München

Teil 1: Schrebergärten - Grünes Glück mitten in der Stadt

Teil 2: Zu wenig Platz in der Stadt - Lange Warteliste für Kleingärten

 

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