AZ-Serie der Ex-Löwen - Teil 2 Jan Zimmermann: Vom Stammkeeper zum Reservisten

Keine erfolgreiche Zeit als Löwe, jetzt Bundesliga-Bankdrücker: Jan Zimmermann. Foto: sampics/Augenklick

Drittteuerster Kader der Zweiten Liga, fünf Winter-Neuzugänge und Startrainer Vitor Pereira: Der TSV 1860 wollte durch hohe Investitionen den Aufstieg erzwingen – es folgte der tragische Abstieg und die Ex-Löwen sind in aller Welt zerstreut. Die AZ zeigt, wie das letzte Halbjahr bei den einzelnen Akteuren gelaufen ist. Heute im Fokus: Jan Zimmermann.

 

München - Er kam im Sommer 2016 vom 1. FC Heidenheim als designierter Stammtorhüter zum TSV 1860 und musste letzten Endes tatenlos dabei zusehen, wie die Löwen aus der Zweiten Liga abstiegen und schon war er wieder weg: Jan Zimmermann und der TSV 1860 verlebten miteinander keine allzu glückliche Beziehung.

Von Kosta Runjaic als Vertrauter aus zurückliegenden Zeiten beim SV Darmstadt 98 an die Grünwalder Straße geholt, eroberte sich der gebürtige Offenbacher zu Saisonbeginn wenig überraschend einen Stammplatz. Nicht selten avancierte der Schlussmann durch Können und Routine zum besten Mann auf dem Platz. Durch einen lebensgefährlichen Gehirntumor und eine Schultereckgelenkssprengung zwei Mal von einem frühen Karriereende bedroht, bestach er zudem mit einem unerschütterlichen Willen und Optimismus.

Zimmermann: "1860 hatte Qualität, aber keine Mentalität"

Von den ausbleibenden Ergebnissen ließ sich schließlich aber auch Zimmermann verunsichern und musste sich nach 13 Zweitligaspielen und Runjaics Entlassung fortan hinter Stefan Ortega anstellen. Unter Vitor Pereira habe das Reservistendasein von ihm und einigen weiteren Akteuren, wie der Keeper später frustriert erklärte, "keine sportlichen, sondern politische Gründe" gehabt. Den bitteren Abstieg verfolgte Zimmermann nur noch von der Ersatzbank.

Seine Erklärung, warum Sechzig trotz des teuren Kaders den Klassenerhalt verpasste: "1860 hatte für die Liga eine extrem hohe Qualität, aber keine Mentalität. Wenn es im Team nicht stimmt, nicht jeder für jeden kämpft, dann läuft es nicht."

Unspektakuläre Rückkehr zu Eintracht Frankfurt

Im Gegensatz zu den Sechzgern stieg Zimmermann nach Saisonende unmittelbar wieder auf – und sogar bis in Oberhaus: Der Keeper schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. Für die SVE, bei der auch Ex-Löwe Marius Wolf unter Vertrag steht und zuletzt seinen Durchbruch schaffte, hatte Zimmermann seine ersten fünf Bundesligapartien absolviert.

Allerdings kehrte der Torwart unter anderen Voraussetzungen an den Main zurück, als er an die Isar gewechselt war: Zimmermann sollte dort Reservekeeper werden. In der laufenden Saison fristet er daher erwartungsgemäß ein Dasein als Ersatzmann.

In Liga wie DFB-Pokal ist er bisher sogar gänzlich ohne Einsatz geblieben, denn Trainer Niko Kovac vertraut auf die Dienste seiner Nummer eins Lukas Hradecky. Zimmermanns bittere Bilanz in den letzten zwölf Monaten lautet somit: null Pflichtspieleinsätze. Langsam aber sicher dürfte sich der Ex-Löwe wohl wieder etwas Spielpraxis wünschen.

 

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