AZ-Report Vorsicht, Radler-Fallen!

Wer mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs ist, muss mit Überraschungen rechnen. Die Bilder zum AZ-Radlreport. Foto: BN (Costa, Bruchmann, Maehse, Hänsel, Eisenack, Gloeckner)

Brennende Müllhaufen, zugeparkte Wege, über Nacht aufgetürmte Schotterberge: Der Bund Naturschutz hat die kuriosesten und gefährlichsten Situationen zusammengetragen.

 

München - Praktisch, so ein Radlweg: Er kann als Parkplatz dienen, als Zwischenlager für Schutt oder auch als Lade-Fläche bei der Warenanlieferung. Der eigentliche Zweck so eines Radlwegs – also eines Wegs, der ursprünglich mal für Radlfahrer gedacht war – scheint in München manchmal in Vergessenheit zu geraten.

Das dokumentiert eine eindrucksvolle Foto-Sammlung, die der Bund Naturschutz gerade zusammenstellt. Fast täglich trudeln neue Bilder dort ein. Die Motive der Einsendungen ähneln sich: Wild-West in München.

Die Aktion entstand aus eigenem Interesse heraus: Ein Mitarbeiter vom Bund Naturschutz (BN) erzählte den Kollegen regelmäßig von seinen Fahrten durch die Stadt: „Beim morgendlichen Kaffee berichtet er von brennenden Müllhaufen, über kilometerlang zugeparkte Radlwege bis hin zu über Nacht aufgetürmten Schotterbergen”, heißt es bei der Umweltorganisation.

Deswegen wollte man der Sache näher auf den Grund gehen: „Schickt uns Münchens wahn-witzigste Radlerfallen!”, fordert der BN die Leser seiner Homepage auf (www.bn-muenchen.de).
Dort sind auch schon einige Fotos zu sehen. Sie sind vier Kategorien zugeordnet: der tägliche Wahnsinn, bauliche Mängel, Kurioses und Idiotisches sowie Gelungenes und Lob – wobei sich in der letzten Rubrik gestern nur ein einziges Bild fand, ohne Ortsangabe. „Das größte Ärgernis sind zugeparkte Radlwege”, sagt Dominik Lypp vom BN. „Bei 60 Prozent der Bilder geht’s darum.”

Kennen Sie auch eine Radler-Falle?

Die Sammlung soll weiter wachsen: Bis zum 16. Oktober können weitere Foto-Dokumente eingeschickt werden – an die Mailadresse sommeraktion@bn-muenchen.de. Dann dürfen die Leser der Homepage ihre Favoriten küren.

Das Ganze soll aber mehr sein als ein Kuriositäten-Kabinett. Denn was im ersten Moment lustig erscheint, ist auf den zweiten oft ärgerlich oder sogar gefährlich. „Dieser Zustand ist für eine Stadt, die Radlhauptstadt sein will, absolut ungenügend”, attestiert der BN bereits. Deshalb will er ausgewählte Bilder dem Stadtrat vorlegen und sich für Verbesserungen stark machen.

 

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