AZ-Ratgeber Unfall im Urlaub: So handeln Sie richtig

Hoffentlich kracht’s nicht gleich. Und wenn doch? Je nach Urlaubsland der Autofahrer von Deutschland aus Schäden regulieren lassen – oder muss sie vor Ort anmelden. Foto: dpa

Andere Länder, andere Regeln für die Schadensregulierung, andere Vorschriften im Verkehr. Was Sie beachten müssen, wenn Sie mit dem Pkw im Ausland unterwegs sind.

MÜNCHEN - Sommer, Sonne, Urlaubs-Crash. Die schönste Ferienlaune zerbröselt innerhalb von Sekunden, wenn’s zu einem Unfall kommt. Wer sich schon vor dem Urlaub für den Fall der Fälle wappnen will, sollte alle nötigen Unterlagen, Policen und Informationen besorgen.

Der Nachweis der Haftpflicht-Police: Innerhalb der EU und in vielen Staaten außerhalb der Gemeinschaft reicht das amtliche Kennzeichen. Allerdings erleichtert es den Umgang mit Behörden und Versicherungen, wenn Sie Ihre Grüne Versicherungskarte mit dabeihaben. Sie wird kostenlos von der Versicherung zugeschickt, ist aber nur für eine gewisse Zeit gültig. Checken Sie deswegen rechtzeitig vor Reisebeginn, ob Sie eine neue Grüne Karte anfordern müssen!

Zentralruf der Autoversicherer parat haben. Wer ohne Verschulden in einen Unfall verwickelt wird, kann sich schon im Urlaubsland unter ++49-40-300330300 oder 0800 25 026 00 an den Zentralruf der Autoversicherer wenden. Wichtig: Unbedingt das Kennzeichen des Unfallgegners notieren! Innerhalb der EU, Norwegens, Islands, Liechtensteins und der Schweiz haben die Versicherer so genannte Regulierungsbeauftragte ernannt, an die sich Urlauber können. Über den Zentralruf erfährt der Autofahrer, welcher Regulierungsbeauftragte in seinem Fall zuständig ist. Der Beauftragte muss seinen Fall innerhalb von drei Monaten bearbeiten. Gibt es dabei Schwierigkeiten, ist die Verkehrsopferhilfe zuständig (www.verkehrsopferhilfe.de).

Vollkasko für die Reise? Je nachdem, wie teuer das eigene Auto ist und wohin die Fahrt geht, macht ein Schutz für die Dauer des Urlaubs Sinn. Wichtig: Die Kaskoversicherungen schließen für manche Länder den Schutz aus – unbedingt vor der Unterschrift unter der Police überprüfen!

Sinnvoll in vielen Ländern: Der Auslandsschadenschutz. Die Stiftung Warentest legt ihn für manche Fälle nahe – beispielsweise für Fahrten nach Kroatien oder Italien. Dort seien die Deckungssummen der Versicherer viel niedriger als der deutsche Standard, berichten die Experten in „Finanztest“. Auch übernehmen die ausländischen Gesellschaften bestimmte Kosten nicht, die innerhalb Deutschlands erstattet würden – beispielsweise die Ausgaben für einen Mietwagen. Das bedeutet: Wird ein deutscher Urlauber in einen Unfall verwickelt, bleibt er auf einem (unter Umständen großen) Teil des Schadens sitzen, weil die gegnerische Versicherung die Haftung von vorneherein begrenzt hat. Wer sich diesem Risiko nicht aussetzen möchte, kann eine Auslandsschadenschutz-Police abschließen. Sie stellt den Autofahrer so, als wäre sein Unfallgegner nach deutschen Standards versichert.

Europäischen Unfallbericht nicht vergessen. In vielen Ländern fühlt sich die Polizei nur bei Unfällen mit Personenschäden zuständig – Blechschäden müssen die Unfallgegner selbst regelt. Deswegen sollte jeder Urlauber einen Europäischen Unfallbericht dabei haben. Das Formular gibt’s gratis bei der Autoversicherung. Es erleichtert das Schadensprotokoll. Wichtig: Unterschreiben Sie selbst nichts, was Sie nicht verstanden haben! Und sind Sie vorsichtig, wenn die Versicherung des Unfallgegners anbietet, den Schaden komplett abzuwickeln - inklusive Gutachter und Werkstattwahl!

Bei Fahrten ins außereuropäische Ausland einen Verkehrsrechtschutz prüfen. Die Versicherer im außereuropäischen Ausland haben normalerweise keinen Regulierungsbeauftragten ernannt, der von Deutschland aus bei der Begleichung des Schadens hilft. Deswegen muss der Urlauber in diesen Ländern selbst zusehen, wie er zu einem Recht kommt. In so einem Fall kann eine Verkehrsrechtsschutz-Police sinnvoll sein. Mit ihr kann der Urlauber gleich im Ferienland einen Rechtsanwalt beauftragen.

 

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