AZ-Meinung Seehofers Reaktion auf die Kommunalwahl: Horst forever

Die Landtagskorrespondentin Angela Böhm über Seehofers Reaktion auf die Wahl.

 

Horst Seehofer ist ein brutaler Machtpolitiker. Keiner versteht es so wie er, Erfolge für sich zu verbuchen und Niederlagen auf andere abzuwälzen. Als die CSU nach dem Stoiber-Rauswurf bei der letzten Kommunalwahl 2008 auf 40 Prozent absackte, waren die Schuldigen für ihn klar: Das damalige Tandem, Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber, die gerade ein dreiviertel Jahr an der Macht waren. Das brachte die drei S, Seehofer, Söder und Stoiber, sogar zu der Überlegung, zu putschen. Was sie dann doch nicht taten.

Sechs Jahre später, bei der Kommunalwahl 2014, hat der Ministerpräsident und Parteichef nichts, aber auch schon gar nichts mit dem Wahlergebnis in Bayern zu tun – wenn es nach Seehofer geht. Denn die beiden Ämter hat nun er. Und die CSU kann die miserablen 40 Prozent von 2008 nicht mal mehr halten.

Schuld daran aber haben nun alle anderen: Die CSUler vor Ort, Seehofers zehn Bezirksfürsten, seine Kronprinzen. Sie alle haben’s vermasselt. Nicht er. König Horst zelebriert sich selbst auf seinem Podest als der Allergrößte und macht dazu die anderen ganz klein, um seiner Partei zu zeigen, dass er unersetzlich ist. Nur einer kann die absolute Mehrheit verteidigen, die er der CSU im Herbst zurückgeholt hat: Das ist nur er selbst. So versucht Seehofer, es seiner Partei geschickt weis zu machen.

In Wahrheit will er die Macht nicht mehr hergeben. Bis 2018 hat er noch einen langen Weg vor sich.

 

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