AZ-Meinung Münchner Charme

Der Viktualienmarkt in München. Foto: Petra Schramek/ AZ Fotografen

Ist die Tradition in Gefahr? AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über die Sanierung des Viktualienmarkts.

 

München - Es gibt kaum einen schöneren Flecken in der Stadt – für mich jedenfalls, und für alle, die gerne über Märkte schlendern, hier die Zucchinis begutachten, dort an der Petersilie schnuppern, und drüben beim Fischladen minutenlang vor dem Schaufenster stehen. Oder abends, nach der Arbeit, auf eine Halbe im gemütlichen Biergarten sitzen.

Touristen und Einheimische, Weißwürst’ und Döner, Stände mit bayerischen Gurken, kretischen Oliven und vietnamesischen Kokosnüssen – das ist die einzigartige Mischung des Münchner Viktualienmarkts. Doch Charme und Tradition, so scheint es, sind in Gefahr. Seitdem bekannt wurde, dass ein TÜV-Gutachten erhebliche bauliche und hygienische Mängel verzeichnet, machen schlimme Befürchtungen die Runde: Werden die Stände uniform und langweilig? Wird der Markt privatisiert, gibt es dort bald nur noch Ketten wie in der nahen Fußgängerzone?

Marktkaufleute und Stammkunden sind alarmiert. Und viele Leser der AZ-Serie „Rettet den Viktualienmarkt“ teilen ihre Befürchtungen. Auch wenn manche darauf hinweisen, dass einige Buden vergammelt und die vielen Zeltplanen alles andere als schön sind. Heute bringen wir Standbesitzer, Kunden und Kommunalpolitiker bei einer Podiumsdiskussion zusammen . Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Denn eines ist klar: Niemand hat etwas gegen eine behutsame Sanierung. Aber der Münchner Charme – der muss erhalten bleiben.

 

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