AZ-Meinung Krieg und Krise

Den spannendsten Termin der Woche hat der Präsident schon hinter sich. Nein, nicht die Vorwahlen seiner Konkurrenten. Den Kampf der Republikaner um den nächsten Präsidentschaftskandidaten kann Barack Obama mit Gelassenheit verfolgen.

 

Ein Wettstreit um die abseitigsten Ansichten, wie ihn sich Rick Santorum und Newt Gingrich liefern, hat zwar Gruselwert. Politisch ist er aber nicht abendfüllend.

Am Ende wird sich kein Extremist, sondern Mitt Romney, durchsetzen, der Kandidaten mit der prallsten Kasse. So weit, so vorhersehbar. Unberechenbarer sind Faktoren außerhalb jeder Wahlkampagne. Gerade läuft es wirtschaftlich etwas besser für die USA, also für den Amtsinhaber. Das könnte sich jäh andern, und as hängst mit seinem Partner in Jerusalem zusammen.

Barack Obama wird alles tun, um Netanjahu an einem Angriff auf den Iran zu hindern. Die Folgen eines Militärschlags wären mindestens so gravierend wie der Krieg im Irak – und das bei noch unkalkulierbarerem Ausgang. Militärisch kaum zu gewinnen, ist ein Feldzug gegen Iran offenes Feuer auf dem Pulverfass.

Obama will Zeit gewinnen, auf dass sich im Gärungsprozess der iranischen Macht Vernunft durchsetzt. Besseres fällt ihm nicht ein, Besseres kann er auch nicht tun. Denn bei allen Unwägbarkeiten ist eines sicher: Ein Krieg wäre gleich Weltwirtschaftskrise. Und dass die Obama wegfegen würde, wäre nur ein Teil der Katastrophe.

 

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