AZ-Meinung Kommentar zur Gasteig-Debatte: Immerhin nicht Putin

Robert Braunmüllers Kommentar zur Gasteig-Debatte: Immerhin nicht Putin Foto: AZ

Die Suche nach einem Ausweichgelände für die Sanierung des Gasteigs gestaltet sich schwieriger als gedacht. Kulturredakteur Robert Braunmüller über die aufgeflammte Gasteig-Debatte

München - Derzeit touren bayerische Landtagsabgeordnete quer durch Europa, um sich in anderen Städten gelungene Konzertsäle anzuschauen. Wohlgemerkt: zwei Wochen nach der Entscheidung im Architekturwettbewerb um den neuen Konzertsaal im Werksviertel. Aber noch vor der abschließenden Entscheidung im Landtag.

Der Ältestenrat des Stadtrats scheut den nächsten Schritt bei der Gasteig-Sanierung. Im Sommer war die Freude über die Entdeckung des Geländes an der Grenze zwischen Sendling und Thalkirchen fraktionsübergreifend. Nun werden Einwände laut: Die Verkehrsanbindung gilt als problematisch, den Grünen wäre eine Verlagerung der Stadtbibliothek ins Motorama gegenüber dem Gasteig lieber. Dann müssten nicht alle bisherigen Mieter in der Hans-Preißinger-Straße ausziehen.

Nichts spricht gegen eine gründliche Prüfung schwindelerregend teurer Projekte. Und es ist richtig, Einwände besser spät als nie zu äußern. Allerdings haben Politiker, Bürger und Journalisten häufig unterschiedliche Auffassungen zur Geschwindigkeit demokratischer Entscheidungen.

Aber da sollte man der Demokratie vertrauen. Die braucht vielleicht länger, um Konzertsäle zu bauen als die Chinesen oder Herr Putin. Aber das ist schon der einzige Nachteil dieser Regierungsform.

 

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