AZ-Meinung Gewaltige Armut: Wenn im Alter das Geld fehlt

Die AZ-Politikredakteurin Annette Zoch über das Problem der drohenden Altersarmut in Deutschland Foto: AZ

Die AZ-Politikredakteurin Annette Zoch über das Problem der drohenden Altersarmut in Deutschland

 

München - Den Deutschen wird ja gerne eine eher pessimistische Weltsicht nachgesagt. Beim Thema Rente haben sie vermutlich Recht. 42 Prozent der jetzt Erwerbstätigen glauben, dass ihre gesetzliche Rente später nicht zum Leben reichen wird.

Gebetsmühlenartig wird den Menschen dann vorgehalten, sie müssten eben privat vorsorgen oder auf betriebliche Altersvorsorge setzen. Doch die Studie des DGB zeigt: Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland bekommen überhaupt keine oder nur sehr wenige Angebote für eine Betriebsrente oder eine sonstige Beihilfe zum Vermögensaufbau.

Diejenigen, die es am meisten brauchen, fallen durchs Raster

Gerade die Menschen, die es am nötigsten brauchen würden, die Geringverdiener, Leiharbeiter und Teilzeit-Kräfte, fallen durchs Raster. Abgesehen davon dass es für sie ohnehin schwierig ist, monatlich noch etwas für die Betriebsrente abzuzweigen, wenn es nach Abzug von Miete, Strom, Kinderbetreuungskosten und Lebensmitteln am Monatsende wieder eng wird.

Auch bei der privaten Altersvorsorge springt weniger raus als gedacht – die aktuelle Niedrigzinsphase frisst die Gewinne. Und wer in einem körperlich belastenden Beruf wie zum Beispiel der Altenpflege arbeitet, schafft es ohnehin meist nicht bis zum Renteneintrittsalter 67 – und muss dann mit noch weniger Rente auskommen.

Unter uns allen wächst eine gewaltige zukünftige Armut heran. Hierfür eine Lösung zu finden, ist Sache der Politiker. Dafür haben wir sie schließlich gewählt.

 

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