AZ-Meinung Das Rentenpaket - schlechte Nachrichten für Junge

Das Rentenpaket von Schwarz-Rot wird zu Lasten der Jungen gehen, und älteren Frauen bringt es nichts, sagt Vize-Nachrichtenchefin Anja Timmermann

 

Gestern war ein Tag der schlechten Nachrichten für die junge Generation. Und vor allem für diejenigen, die von Altersarmut betroffen sind oder sein werden. Denn das 160-Milliarden-Renten-Paket muss von den Jungen bezahlt werden. Und es hilft so gut wie nichts gegen Altersarmut; an manchen Stellen schadet es sogar. Mit diesem Mammutwerk war’s das an Renten-Reformen für die nächsten Jahre; noch mehr Milliarden – eben für Bedürftige – sind kaum zu stemmen, die Rentenkassen sind mit der gestrigen Entscheidung schon geplündert.

Zwei Drittel davon gehen an die Mütter: Doch die 28 Euro mehr im Monat reißen es bei wirklich armen Frauen auch nicht raus; sie hätten die – jetzt de facto gestorbene – Grundrente gebraucht. Ein Drittel geht an die langjährig Versicherten: Und es verbessert erstens nicht ihre finanzielle Lage im Alter (sondern bezahlt ihnen nur die zwei Jahre) und trifft zweitens eine Gruppe, der’s eh relativ gut geht: Wer tatsächlich 45 Jahre eingezahlt hat, kommt heute als Durchschnittsverdiener auf Altersbezüge von 1270 Euro. Das nutzt vor allem männlichen Facharbeitern, bezahlt wird es von jeder Supermarkt-Kassiererin.

Viele denken: Tut doch den Alten was Gutes, sie haben so viel geschuftet (und einige haben wohl auch den eigenen Ruhestand im Sinn). Nachvollziehbar. Aber die Vorstellung, da habe man „dem Staat“ doch mal wieder eine soziale Wohltat aus den Rippen geleiert, ist ein Irrglaube: Es zahlt nicht „der Staat“, sondern es zahlen die Arbeitnehmer (und deren Chefs).

 

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