AZ-Meinung Bombe in Schwabing: Die große Erleichterung

So ging die Bombe hoch - die Explosion in Bildern! Foto: Simon Aschenbrenner, dapd

Eine Gelassenheit wie einst Monaco Franze: Annette Zoch, Chefin vom Dienst bei der AZ, lebt in der Sperrzone um den Bomben-Fundort.

 

Am Tag nach der Bombensprengung strahlt der Schwabinger Himmel wieder so blau, wie man ihn kennt. Die Menschen sitzen im Café Münchner Freiheit, rühren in ihrem Latte Macchiato, der Gemüseladen am Busbahnhof bestückt sein Geschäft mit neuer Ware. Aber etwas ist anders an diesem Morgen. Eine große Erleichterung ist zu spüren, eine Art „Wir haben’s geschafft“-Gefühl. In den Notunterkünften haben sich wildfremde Menschen kennengelernt und einander ihre Geschichten erzählt. An den Absperrbändern hat man stundenlang zusammen gestanden und gerätselt, wie es jetzt wohl weitergeht.

Dass diese Ausnahmesituation so gut bewältigt werden konnte, das liegt an vielen Menschen: An den ehrenamtlichen Helfern und Rettungsdiensten, die teilweise ohne Pause durchgeackert haben. An den vielen Feuerwehrleuten und Polizisten, die in den meisten Fällen geduldig die Fragen der Bürger beantwortet haben. An den Sprengmeistern, die mutig und besonnen vorgegangen sind und dafür gesorgt haben, die Schäden halbwegs gering zu halten. Für die Menschen, deren Häuser nun einsturzgefährdet oder schwer beschädigt sind, ist das natürlich kein Trost. Ihnen muss jetzt schnell geholfen werden. Für lange juristische Auseinandersetzungen haben sie keine Zeit. Und zu guter Letzt lag es an den Schwabingern. Die mit einer unvergleichlichen, monaco-franze-haften Gelassenheit das ganze Chaos ertragen haben. Der Monaco hätte wahrscheinlich gesagt: „Immer des Gschiss mit den Bomben.“

 

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