AZ-Meinung Bayern = Horst

"Mit Stammtischpolitik zementiert Seehofer die CSU-Macht" Foto: dpa

AZ-Landtagskorrespondentin Angela Böhm zieht eine Kreuth-Bilanz.

 

München - Die griechische Siegesgöttin Nike trug einen Palmzweig. Als Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzog, wurde er mit Palmwedeln begrüßt. Bayerns König Horst Seehofer ersetzt bei seinem Triumphzug in Kreuth die gefiederten Blätter durch Umfragen: Danach halten ihn 76 Prozent der Bayern für einen guten Ministerpräsidenten. 79 Prozent finden ihn entscheidungsstark, 76 Prozent unerschrocken. Das er unzuverlässig und sprunghaft sei, weisen 70 Prozent der Freistaatler zurück. Also nix mit „Drehhofer“, was ihn so auf die Palme gebracht hat.

Mit solchen Traum-Zahlen lässt sich’s doch viel besser wedeln als mit so einem grünen Bladl, beim Einzug in den Olymp am 100. Tag seiner zweiten Amtszeit. Und klingen tun sie noch viel schöner als alle Siegesfanfaren zusammen.

Der Retter der CSU. Für ihn ist das ein historischer Moment am geschichtsträchtigsten Ort der Christsozialen: Kreuth 1976 bleibt der Menschheit mit dem Trennungs-Beschluss in Erinnerung, Kreuth 2007 mit dem Stoiber-Putsch. Und Kreuth 2014 mit: Bayern = Horst.

Seehofer trifft den Nerv der Menschen mit Stammtischpolitik. Als Alleinunterhalter sorgt er für die rechte Stimmung. Um Visionen geht es ihm dabei nicht. Sein Credo lautet: Schaun mer mal. Er punktet mit „Wer betrügt, der fliegt“ und seiner Maut für Ausländer. Ein bisserl gegen Fremde stänkern – und alles wird wie früher. Die CSU zementiert wieder ihre Macht in Bayern.

 

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