AZ-Kritik zur letzten Folge "Game of Thrones" Staffel 8 Folge 6: Das große Finale

Hat die Liebe zwischen Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und Jon Schnee (Kit Harington) noch eine letzte Chance? Foto: © Courtesy of HBO

Ein Wolf ist wieder dort, wo er hingehört. Ein Rabe thront nun nicht mehr nur in Baumkronen. Und es gibt eine neue Königin. Das große Finale von "Game of Thrones". Die AZ-Kritik.

 

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Vorsicht, Spoiler: Dieser Text enthält kaum bis gar nicht verschleierte Hinweise auf den Inhalt der aktuellen Folge von "Game of Thrones". Wenn Sie die sechste und letzte Folge der 8. Staffel noch nicht gesehen haben und nichts verraten bekommen möchten, sollten Sie den Artikel später lesen.
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Was ist in der finalen Folge Game of Thrones passiert?

Im aschebedeckten Königsmund ist die Stimmung zwiegespalten. Während die Dothraki und die Unbefleckten den Sieg ihrer Königin feiern, sind Tyrion, Arya und Jon weniger begeistert. Der Zwerg gibt sein Amt als Hand der Königin auf und wird abgeführt. Jon ist hin- und hergerissen - zwischen der Liebe zu Dany und dem Wunsch, das Richtige zu tun. Er sticht ihr einen Dolch ins Herz. Durch Danys Warmsanierung des Roten Bergfrieds ist es Drogon möglich, hineinzuschneien und Dany tieftraurig aus dem Freiluft-Thronsaal mitzunehmen.

Zuvor hatte er mit dem Eisernen Thron kurzen Prozess gemacht, lässt damit jede Figur beim Bleigießen an Silvester alt aussehen. Der Königinnenmörder ist nun nicht mehr als Monarch zu halten (Warum auch immer er erzählt hat, was passiert ist: Wer seine Geliebte tötet, kann auch lügen!). Eine Komission bestehend aus Ser Davos, Ser Brienne, Sansa, Arya, Yara Graufreud, dem namenlosen Prinz von Dorne, der Fraktion des Grünen Tals, Bran, Edmure Tully, Sam und Podrick soll darüber entscheiden, wer der neue König werden soll.

Überraschend wird es Bran der Gebrochene, Erster seines Names und so weiter und so fort. Allerdings ist er nur Herr über sechs Königslande, da sich der Norden unter Sansa, der Königin des Nordens, für unabhängig erklärt - ohne jeglichen Prostest der anderen. Tyrion bekommt seine "gerechte Strafe": Er wird die Hand des neuen Königs. Jon wird für den Mord an Dany nach Norden an die Mauer geschickt. Dorthin, wo er ja auch eigentlich hingehört. Erstaunlich ist, dass ihn kein Dothraki oder Unbefleckter einfach auf den Straßen der Hauptstadt absticht. So endet das Lied von Eis und Feuer genau dort, wo es begann: jenseits der Mauer.

Wer ist in der finalen Folge Game of Thrones gestorben?

Daenerys, die schon ziemlich irre Königin mit dem viel zu langen Titel, die Königsmund in Schutt und Asche gelegt hat und von Jon Schnee erstochen wurde, bevor sie noch Schlimmeres anrichten hätte können. Ich persönlich fand die Idee gut, sie nach ihrem Vater kommen zu lassen. Leider vollzog sich diese Charakterentwicklung in meinen Augen zu schnell. Dass es ausgerechnet Jon ist, der ihr den Todesstoß gibt, hat mich leider sehr kalt gelassen, da sie als Paar noch nicht wirklich etabliert worden sind. Da habe ich deutlich mehr um Ygritte getrauert.

Was war der Höhepunkt der finalen Folge?

Die letzten Sekunden "Game of Thrones" waren großartig. Auch wenn Jon für mich auf ewig die Personifikation des Lieds von Eis und Feuer bleiben wird, ist es doch der Norden, die Wildlinge und vor allem Geist, zu denen er wirklich gehört. Das Ende seiner Geschichte hätte nicht besser sein können, da es genau dort endete, wo es anfing.

Was war der Tiefpunkt der finalen Folge?

Was ist nur aus Grauer Wurm geworden? Oder seiner gesamten Storyline? Damals konnte man noch mit ihm mitfiebern, doch jetzt ist er wirklich grausam geworden - und mir persönlich am Ende einfach egal.

Fazit zum Finale: Warum Game of Thrones versagt hat

Seitdem den Autoren die unglaublich gut durchdachte Buchvorlage von George R. R. Martin fehlt - also seit Ende der fünften Staffel - geht es mit der Serie Stück für Stück bergab. Warum lieben Fans diese Serie überhaupt so abgöttisch? Weil sie clever war. Weil sie konsequent war. Und weil sie meistens logisch war. Obwohl wir alle bei Ned Starks Enthauptung entsetzt vorm Fernseher saßen und nach der Roten Hochzeit völlig außer uns waren, konnten wir die Motive der "Bösen" doch noch irgendwo nachvollziehen. Aber leider ist vor allem diese Gewissheit in den vergangenen Staffeln mit Füßen getreten worden. Die Serie wurde heruntergedummt und zu sehr Hollywood.

Rettungen in letzter Sekunde sind einfach viel zu häufig vorgekommen und oft war es den Serienmachern wichtiger, dass etwas cool aussieht, statt dass es Sinn ergibt. Ein gutes Beispiel hierfür war die Szene, als die Dothraki mit brennenden Waffen gegen die Armee der Toten ritten. Gut sah es aus. Aber hätte das irgendwer genauso gemacht? Nein, weil es sinnlos war. Und in der Folge darauf wollte man dem Zuschauer verklickern, dass nur die Hälfte der Dothraki dabei draufgegangen sind. Wo war denn dann bitte die andere Hälfte die ganze Zeit?

Ich habe die Serie geliebt, weil sie unkonventionell, intelligent und anspruchsvoll war. Doch jetzt wird sie wohl als am Ende doch enttäuschendes Beinahe-Meisterwerk in die TV-Geschichte eingehen.

Lesen Sie hier die AZ-Kritik der vergangenen Folge.

 

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