AZ-Kritik zum ARD-Krimi am Sonntag Tatort aus Wien: Ein ausgeleiertes Gummischnürrl

Bibi Fellner (Adele Neuhauser, l.) und ihr Kollege Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) sprechen mit Daniela Vopelka (Kristina Sprenger) Foto: ARD Degeto/ORF/Superfilm/Klaus Pichler

Zuhälter, Prostituierte, illegale Puffs, Menschenhandel, entlassene und inhaftierte Kriminelle, Mord... und ein Hund. Das sind die Zutaten für den "Tatort: Die Kunst des Krieges" aus Wien.

 

Wer illegal nach Österreich einreist, fristet meist ein tristes Dasein. Die Ausbeutung der Hilfesuchenden macht Schlepperbanden reich. Dafür ist den Kriminellen alles recht, zumindest wenn es nach dem neuen Wiener "Tatort" geht.

Die AZ-Kritik von Ponkie:

"Auch die Wiener unterliegen gelegentlich den Gesetzen des ausgeleierten Gummischnürrls: Der Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine ebenso hartgesottene wie weichherzige Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuauser), die treffsicher skurrilen Ermittler aus Wien ärgern sich im Tatortkrimi „Die Kunst des Krieges“ (Buch & Regie: Thomas Roth, ARD/ORF) mit karrieregeilen Bügelfalten-Kollegen herum und wissen, dass der Mensch schlecht ist, wenn man ihn lässt. Und sie philosophieren viel über das Abgründige in den Mordkanaillen - was nicht hindert, dass Bibi dem Eisner das Herz aufweicht für einen verwaisten Mafiagangster-Hund, der durch wertfreie Anhänglichkeit besticht. Insofern ein sehr persönlich geprägtes Charakterstück von Mensch und Hund , trotz verwirrender Schandtaten von Balkan-Menschenhändlern und fiesen Typen."


Darum geht's im Wien-Tatort

Die Prostituierte Victoria Oshchypko (Janina Rudenska, l.) wird von Mina Sandra Nomura "Asia" (Puti Pandeka Kaisar) verfolgt Foto:ARD Degeto/ORF/Superfilm/Klaus Pichler

In einem Wiener Randbezirk macht die Polizei einen grausigen Leichenfund: Offiziell war der türkische Geschäftsmann Besitzer eines Döner-Restaurants. Für Eisner und Fellner steht jedoch schnell fest, dass es um einen Machtkampf im Milieu des organisierten Verbrechens geht. Von der Ukrainerin Victoria Oshchypko (Janina Rudenska), die im Haus des Opfers zur Prostitution gezwungen wurde, erfahren die Beamten weitere wichtige Details. Bei ihren Nachforschungen treffen die Ermittler aber auch auf einen alten Bekannten, Zuhälter Andy Mittermeier (Michael Fuith). Er scheint das Revier des Ermordeten übernehmen zu wollen.

Bibi Fellner (Adele Neuhauser), Andy Mittermeier (Michael Fuith), Mina Sandra Nomura "Asia" (Puti Pandeka Kaisar) Foto:ARD Degeto/ORF

Krimi-Spezialist Thomas Roth (Regie, Drehbuch) hat die Geschichte clever konstruiert. Die vielen Facetten der organisierten Kriminalität, mit denen es die Wiener Ermittler zu tun bekommen, sind zwar alle schon mal dagewesen. Und dennoch lässt einen die spannende Inszenierung von Neuem erschaudern, wenn es um russisches, chinesisches und Austro-Mafia-Gebaren, tschetschenische Foltermethoden oder einen Showdown am Dachterrassen-Pool geht... Der kleine Hund Percy - und Percy II - sorgt da für wohltuende Verschnaufpausen.

Bekannte Gesichter im Neben-Cast

"Tatort": Inkasso Heinzi (Simon Schwarz) sitzt zwar im Gefängnis, trotzdem liefert er Kommissarin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) wichtige Erkenntnisse Foto:ARD/ORF/Superfilm/Klaus Pichler

In den Nebenrollen gibt es einige bekannte Gesichter. So bekommen die Ermittler diesmal Verstärkung von der ehemaligen "Soko Kitzbühel"-Kommissarin Kristina Sprenger (40). Sprenger ist als Daniela Vopelka vom Dezernat für Organisierte Kriminalität zu sehen. Und "Inkasso Heinzi", Bibi Fellners zweifelhafter Kontakt ins Milieu, wird vom österreichischen Künstler Simon Schwarz (45, "Vorstadtweiber") gespielt.

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