AZ-Kritik Zucchero auf dem Tollwood: Und dann kommt Pavarotti...

Zucchero bei seinem Aufritt auf Tollwood: Er kann es auch nach 30 Jahren noch. Foto: Jens Niering

Auf seiner "Black Cat World Tour" macht Zucchero in der Musik-Arena Halt. Im Gepäck hat er sein neues Album, jede Menge alte Kracher - und ein Leinwand-Duett mit Luciano Pavarotti. Das Publikum schmilzt dahin.

 

München - Ganz unitalienisch pünktlich betritt Adelmo Fornaciari, zu dem die ganze Welt nur Zucchero sagt, am Dienstagabend in der schwül-warmen Musik-Arena die Bühne. Stellt sich behütet wie immer ans Mikrofon - und schon nach drei Takten des Openers "Partigiano reggiano" ist er wieder da, dieser Schmelz, später auch dieses gewollt reibeisenhafte in der Stimme, diese "grande emozione".

Zucchero begeistert auch nach mehr als 30 Jahren sein (erstaunlich heterogenes) Publikum. Und zwar ganz egal ob mit neuen Songs des aktuellen Albums oder natürlich mit all den Krachern seiner Karriere, sei es das obligatorische "Baila", "Diavolo in me" oder das schnulzige "Diamante" - auch diese x-mal gehörten Lieder klingen auf dem Tollwood frisch und unverbraucht.

Leinwand-Duett mit Pavarotti

Seine "Black Cat World Tour" ist ein Ritt durch sämtliche Phasen seiner Schaffenszeit: Gospel, Blues, Rock - alles dabei, alles beherrscht Zucchero nach wie vor. Und vor allem auch seine Band, in der Größen wie Gitarristin Kat Dyson (arbeitete u.a. auch für Prince), die Schlagzeugerin Queen Cora Dunham (Beyoncé, Maceo Parker) oder der Bassist und musikalische Direktor Polo Jones (Eric Clapton, Ray Charles u.a.) spielen. Und der britische Hammond-Spezialist Brian Augerdie (inzwischen auch schon zarte 77 Jahre alt), dem Zucchero - natürlich - beim "Freedom Jazz Dance" den entsprechenden Freiraum einräumt. Gegen die auf einem Podest platzierte Bläserfraktion ist sowieso nichts einzuwenden. 

Überhaupt klingt die Band mal wie eine reine Jazz-Combo, mal wie eine Big Band -  oder eben wie ein Orchester, dirigiert von Maestro Adelmo Fornaciari. Besonders, als dann über die Leinwände neben der Bühne für "Miserere" Luciano Pavarotti eingespielt wird und Zucchero mit ihm sein Duett schmettert. Der tobende Applaus ist, so will es der Meister, "per Luciano". Und wenn Zucchero dann nach über einer Stunde alleine vorne auf der Bühne sitzt, seine Gitarre in die Hand nimmt und "Un soffio caldo" anstimmt, dann bräuchte er fast kein Mikrofon, so ehrfürchtig andächtig leise ist es in der Musik-Arena.

Der 61-Jährige macht keine große Show, ein "grazie mille Monaco" muss reichen. Doch er braucht auch kein Brimborium, sein untrügliches Gespür für sein Publikum reicht ihm. Nach zwei Zugaben verabschiedet er sich in die Nacht. Grazie mille, Zucchero!

 

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