AZ-Kritik Pavol Breslik - Rosen für das Publikum

Pavol Breslik. Foto: Archiv

Der Liederabend von Pavol Breslik im Prinzregententheater.

 

Manchmal kommt alles zusammen: Ein stark unter der Hitze leidender Tenor, dem der Pianist gut zureden muss, kurz für einen Schluck Wasser die Bühne zu verlassen. Ein Theater voller Menschen mit Sommer-Erkältungen, die es nicht schaffen, auch einmal diskret ins Taschentuch zu husten.

Das Publikum des Festspiel-Liederabends litt im fast ausverkauften Prinzregententheater mit Pavol Breslik. Der Slowake begann mit bekannten Schubert-Liedern wie „An Sylvia“ oder dem „Musensohn“. Aber der Zauber wollte sich nicht einstellen. Die Musik wirkte mehr gelernt als erfühlt. Breslik kann zwar gut Deutsch. Aber er hat Probleme mit der Betonung und der musikalischen Wortausdeutung, auf die es hier nun einmal ankäme.

Die Stimme wirkte rauh, sie wollte nicht gut ansprechen. Nach der Pause stürzte sich Breslik mit auftrumpfender Emphase auf vier Lieder von Peter Tschaikowsky. Die darf man, nein!, muss man mit Überdruck singen. Sie gelangen hinreißend, ebenso wie der Rachmaninow-Block am Ende. Bei Liedern von Richard Strauss überzeugten die „Heimliche Aufforderung“ oder „Zueignung“ mehr als der langsame und manierierte „Morgen“.

Breslik dürfte selbst gemerkt haben, dass es kein besonders gelungener Abend war. Gerade dafür schloss ihn das Publikum ins Herz. Er verteilte Rosen an die Damen in der ersten Reihe und schob den sensibel begleitenden Pianisten Amir Katz nach vorn. Und das Publikum rang ihm noch drei Zugaben ab.

 

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