AZ-Konzertkritik Uriah Heep und Status Quo: So war das Konzert auf dem Tollwood

Status Quo am Montagabend in der Tollwood-Musik-Arena: die Bilder Foto: Bernd Wackerbauer

Wenn alte Herren ein regelrechtes Feuerwerk entzünden. Status Quo und Uriah Heep am Montagabend auf dem Tollwood-Festival in München.  Lesen Sie hier die AZ-Kritik vom Doppelkonzert auf dem Tollwood.

 

München - Bekannte Trampelpfade sind oft die sichersten, und ausgelatschte Schuhe die bequemsten. Das gilt wohl auch im Kosmos der Rockmusik. Gruppen wie Status Quo und Uriah Heep vermeiden geschickt und konsequent jeden Verdacht, auch nur eine Sekunde lang am Tag an Innovationen oder gar Weiterentwicklung zu denken. Statt dessen kreisen sie seit Jahrzehnten zielorientiert um sich selbst. Und machen den Fans alle Jahre wieder damit eine Riesenfreude.

Die einzige Voraussetzung für eine gelungene Party: Das Drumherum muß stimmen, das Setting. So wie beim Tollwood-Festival im ausverkauften Musikzelt. Status Quo gehen da besonders raffiniert vor, bauen eine weitere Konstante ein und halten ihre Songs allesamt sehr ähnlich.

Kennst du einen, kennst du alle. Egal, ob sie "The Beginning Of The End", "Whatever You Want", "What Your Proposing" oder "Rockin' All Over The World" heißen. Oder, man höre und staune - ganz neu: "Little Lady". Über alles dann das typische Quo-Einheitsarrangement, und schon passt das Ganze. Eins, zwei, drei, und immer voll auf die Zwölf. So sind wir das gewohnt, so brauchen wir das. Denn Fixpunkte und Rituale sind wichtig im Leben.

Das wissen auch Uriah Heep, ebenfalls Dauerbrenner auf Europas Bühnen. Ihr Repertoire setzt sich seit Ewigkeiten aus Songs der frühen Siebziger zusammen, "Gypsy", "July Morning", "Easy Livin'" und natürlich das unverwüstliche "Lady In Black" um seligen Mitgrölen. Sänger Bernie Shaw versucht zwar immer wieder mal, neue Akzente in die Melodie mit einzubringen, aber das sollte er besser lassen. Denn der typische Uriah Heep-Fan hört seine Musik gern so original wie möglich. Zum Experimentieren sind andere da.

Doch Konzert ist nicht Konzert. Manchmal klappt's mit der Riesenstimmung, manchmal nicht. Doch den alten Herren gelingt es inzwischen immer öfter, den Fans ihr Standard-Programm so zu verkaufen, als wäre es brandneu. Sie lachen und shakern auf der Bühne, stacheln sich gegenseitig an, und entzünden ein regelrechtes Feuerwerk. Auch eine Leistung.

Und bei Tollwood hat's bei beiden Gruppen geklappt, wieder mal. Also bis demnächst.

 

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