AZ-Konzertkritik Rea Garvey in der Olympiahalle: Potential nach oben

Rea Garvey trat am Sonntag in der Münchner Olympiahalle auf (Archivbild). Foto: dpa

Rea Garvey spielte am Sonntag in der Olympiahalle in München. Leider kommt der Sänger recht unverbindlich und brav daher - trotz großen Potentials. Die AZ-Konzertkritik.

 

München - Während der erste richtige Herbststurm über München tobt, versuchen 7.500 Fans in der Olympiahalle in Stimmung zu kommen. Doch Rea Garvey, einst Frontmann der Rockband Reamonn und immer wieder Juror beim TV-Spektakel "The Voice Of Germany", kann mit seinem neuen Programm zur neuen CD "Neon" nicht so richtig überzeugen.

Freilich hat er eine gute Stimme; und seine Kompositionen sind alle wohl durchdacht und gekonnt präsentiert - doch das Ganze bleibt zu brav und unverbindlich. Eigentlich Radiomusik, die nicht beim Bügeln stört.

Rea Garvey in München: Alles sehr unverbindlich

Dabei hat mit dem Vorprogramm von Ryan Sheridan und Ronan Nolan auf einer kleinen Bühne mitten in der Arena alles sehr vielversprechend angefangen. Stimme, Gitarre und Schlagzeug, dazu der feste Wille, die Halle zu rocken. So soll es sein. Und als die beiden dann im letzten Song "Is This Love" den Stab nahtlos weiterreichen auf die große Bühne, und Garvey & Band auf den Punkt genau im gleichen Takt weitermachen und das Hauptprogramm beginnen - das sah schon nach einer kleinen Sensation aus.

Doch das sollte es erstmal gewesen sein. Denn was dann folgt, ist alles ziemlich unverbindlich. Da können auch die dazu angebotenen Kalenderblatt-Weisheiten nicht mehr viel rausreißen. "Das Leben ist schön" und "Wir feiern unser Oktoberfest" zu "Beatuiful Life"; auch nicht "Nicht immer nur auf die Probleme dieser Welt schauen, sondern auch das Schöne sehen. Denn wir sind die Guten, wir sind die Mehrheit!" zu "Water".

Rea Garveys Stimme kann begeistern

Erst bei Garvey-Klassikern wie "Oh My Love", "Guten Tag" und "Wild Love" kommt dann endlich ein bisschen Schwung in die Bude, better late than never. Auch Garveys viel zu kurzer Soloauftritt auf der kleinen Bühne in der Arena, lediglich Stimme und Gitarre, zeigt ganz deutlich, dass da jede Menge Potential steckt, das durchaus begeistern kann. Künstler und Fans auf Augenhöhe, eins zu eins. Und was dann noch dazu kommen kann, ist bestenfalls Dekoration, aber nie Inhalt.

Ein großer Fehler ist es, wenn Musiker den Unterschied zwischen einem Live-Publikum und einer Radiohörergemeinde nicht erkennen. Aber wie sagt der Sänger doch so schön: "Es ist wichtig, viele Fehler zu machen auf dem Weg ins Licht."

 

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