AZ-Konzertkritik Bon Jovi im Olympiastadion: Die ganz große Pose

Rockte das Olympiastadion: Bon Jovi. Foto: Jens Niering

Vor 72.000 Fans spielt Bon Jovi in München im Olympiastadion. Und auch wenn die Stimme nicht mehr so geschmeidig ist wie in jüngeren Jahren – die ganz große Pose beherrscht Bon Jovi immer noch. Die Konzertkritik.

 

Dieses Grinsen kann man vermutlich sogar vom Weltraum aus sehen. Und Jon Bon Jovi zeigt seine strahlenden Zähne oft und gern am Freitagabend - 72.000 Laienzahnärzte können bestätigen: Die obere Zahnreihe ist vollständig.

Ebenso oft wirft er sich in Pose, sobald er nicht singen muss - auf der Leinwand im Olympiastadion sind praktisch nur Bilder des charmanten Rockers zu sehen, die man sofort und unbearbeitet auf Instagram veröffentlichen kann.

Es sind die alten Hits, die den Jubel auslösen

Zweieinhalb Stunden spielt die Band, von deren Urbesetzung inzwischen neben Jon Bon Jovi selbst nur noch der Schlagzeuger Tico Torres und der Keyboarder David Bryan auf der Bühne stehen - und wird groß gefeiert, am meisten für die alten Hits, von denen seit den 80ern einige zusammengekommen sind.

Riesenjubel, als Jon sagt: "Mach es, David" und die ersten Töne vom ersten Bon-Jovi-Hit "Runaway" ertönen. Riesenjubel auch bei Stücken wie "You Give Love A Bad Name", "Keep the Faith" oder "It's My Life", das in Deutschland zur Fußball-EM 2000 rauf und runter lief. Nach "This House is not for Sale", dem Titelstück des jüngsten Albums, kommt gleich das Rock-Kraftpaket "Raise Your Hands".

Bon Jovis Stimme hört man immer noch gern

Klar, die Stimme ist längst nicht mehr so geschmeidig wie in jüngeren Jahren, das merkt man immer wieder, wenn es in den Liedern in die Höhen geht, das tut aber dem Jubel keinen Abbruch. Und wenn mehr als 70.000 Menschen rhythmisch ihre Arme hochreißen, dann weiß man ja auch wieder, warum man gerne auch mal Rockstar werden wollte, das sieht schon sehr beeindruckend aus.

Jon Bon Jovi hat die strahlende Rock-Pose über die Jahrzehnte perfektioniert, die Stimme hört man immer noch gern. Immer wieder vermisst man aber doch Richie Sambora, Bon Jovis großartigen Gitarristen und Jon Bon Jovis kongenialen Anspielpartner auf der Bühne, der vor Jahren mehr oder weniger unerklärt aus der Band ausgestiegen ist. Die Hits, für die diese Band am meisten gefeiert wird, sind praktisch allesamt in der Sambora-Zeit entstanden.

Die ganz große Pose

Die Band funktioniert aber auch so, mit Phil Xenidis und John Shanks an den Gitarren, bestens. Wie auch die Vorband Def Leppard. Die Briten sind zur selben Zeit groß geworden wie Bon Jovi, auch sie konnte ein Best-of-Programm spielen mit Stücken wie "Hysteria", "Pour Some Sugar on Me" und "When Love and Hate Collide".

In der Pose können sie Jon Bon Jovi nicht das Wasser reichen, bei der Spielfreude schon.

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