AZ-Kommentar zum FC Bayern Petersen-Appell zeigt, wie die Bayern-Dominanz der Bundesliga schadet

Stürmer und Verteidiger im Duell: Nils Petersen (li.) vom SC Freiburg und Mats Hummels vom FC Bayern. Foto: Collage AZ/imago/Jan Huebner

Nils Petersen huldigt nach der Niederlage des SC Freiburg enthusiastisch dem übermächtigen FC Bayern - und das als gegnerischer Spieler. Seine Aussagen sind alarmierend, weil sie so viel heißen, wie, dass man gegen diese Bayern nicht mehr antreten muss. Den Schaden hat die Bundesliga. Ein Kommentar.

 

Kapitulation. Es wäre wohl die plausibelste Überschrift über die Aussagen von Nils Petersen zum Spiel seines SC Freiburg gegen den FC Bayern.

Der 29-jährige Stürmer der Breisgauer schwärmte nach der Partie über die Über-Bayern, einst für zwei Jahre sein Arbeitgeber (2011 - 2013). "Die Bayern haben sich so gezeigt, wie man sie kennt und wie man sich es als deren Fan erhofft. Da ist es für den Gegner brutal schwer. Ich weiß nicht, ob eine andere Mannschaft der Liga den Bayern etwas hätte entgegensetzen können", meinte der Angreifer zur herben 0:4-Pleite der Freiburger gegen den Tabellenführer.

Nils Petersen schwärmt vom FC Bayern

Mehr noch: "Ihr Auftreten" müsse man den Bayern "hoch anrechnen" und er hoffe, "dass sie auch gegen unsere Abstiegskonkurrenten so auftreten wie gegen uns, denn dann kann man schon einplanen, dass die anderen Teams wenigstens da keine Punkte holen werden". Zwischen den Zeilen gelesen: Die Anderen müssen gegen diese Über-Bayern überhaupt erst gar nicht antreten. Denn: Gegen die Mannschaft von Jupp Heynckes gibt es eh nichts zu holen.

Seine Aussagen sind ein alarmierendes Signal an die Bundesliga. Ja, der FC Bayern spielt teils überragenden Fußball. Aber nein, der FC Bayern spielt keinesfalls immer überragend. Und doch ist die Bundesligakonkurrenz derzeit keine Konkurrenz mehr, weil schlicht chancenlos.

Die Rechnung ist einfach. Beschriebenes Szenario schwächt die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga im internationalen Wettbewerb. Wenn es darum geht, das Produkt zu vermarkten. Und wenn es darum geht, neue Märkte zu erschließen und/oder Marktpositionen zu sichern. Sei es in Europa. Sei es in den USA. Sei es in China.

FC Schalke hat Riesen-Rückstand auf FC Bayern

Ein weiteres alarmierendes Beispiel: Der FC Schalke hat als Zweiter mittlerweile mehr Rückstand auf die Bayern (20 Punkte) als Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz (18 Punkte). Aberwitzig. Es gebe Spiele, "wo es Punkte zu vergeben gibt, die wichtiger sind als gegen die Bayern", sagte Petersen weiter, "weil Bayern in einer anderen Liga spielt".

Mit Verlaub: Was für eine Kapitulation. Bayern ist immer noch Teil der Bundesliga. Sein Appell zeigt aber, wie sehr die Bayern-Dominanz der Bundesliga schadet. 

 

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