AZ-Kommentar WM 2018: Fußball-Enttäuschung pur!

Überzeugen bisher nicht: Polens Lewandowski (l.), Brasiliens Neymar (m.) oder Argentiniens Messi. Foto: dpa/AZ

Die Spiele der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft sind an Langeweile und Unattraktivität kaum zu überbieten. Die Gründe liegen auf der Hand. Ein Kommentar von AZ-Onlineredakteur Michael Schleicher.

Der 3:0-Erfolg der kroatischen Mannschaft gegen den vermeintlichen Titelfavoriten aus Argentinien war eine erfreuliche und gerngesehene Abwechslung bei der diesjährigen Fußball-WM. Ein deutlicher Sieg mit mehreren Toren Abstand – das gab es heuer beim Turnier in Russland noch nicht häufig.

Vielmehr zeichnen sich die Partien dieser WM durch Langeweile und Minimalismus aus! Von den bisher 23 gespielten Matches endeten ganze zehn mit einem 1:0. Und bis auf die beiden Auftritte von Gastgeber Russland (5:0, 3:1), dem 3:3-Spektakel am zweiten Turniertag zwischen Spanien und Portugal sowie dem 3:0-Sieg der Belgier gegen den WM-Exoten aus Panama waren wenige bis keine Tor-Festivals oder gar Fußball-Leckerbissen dabei.

Das unterstreicht auch folgende Statistik: In den bisherigen 23 Partien schossen die Spieler 51 Tore, 28 davon fielen aus dem Spiel heraus (dazu zählen aber auch fünf Eigentore). Die Standards sind dafür heuer das entscheidende Element bei der WM: Neun Tore fielen durch Elfmeter, fünf durch direkt verwandelte Freistöße, drei nach Freistößen und sechs nach Eckbällen.

Cristiano Ronaldo: Der Hoffnungsschimmer dieser WM

Ein Musterbeispiel der WM-Langeweile war der vergangene Mittwoch: Portugal gewinnt mit 1:0 gegen Außenseiter Marokko, Uruguay gewinnt mit 1:0 gegen Außenseiter Saudi-Arabien und Spanien gewinnt mit 1:0 gegen Außenseiter Iran. Schön anzuschauen war das nicht. Vielmehr waren es 270 Minuten pure Quälerei. Einziges "Highlight" dieser Spiele: Zu sehen, dass sich die "Kleinen" so wacker schlagen und dagegenhalten.

Und das alles auch, weil viele Superstars bei der WM blass und vollkommen unter ihren Möglichkeiten bleiben: Neymar? Gegen die Schweiz abgetaucht. Messi? In beiden Argentinien-Spielen ungefährlich. Lewandowski? Macht bei der polnischen Nationalmannschaft da weiter, wo er zum Ende der Saison beim FC Bayern aufgehört hat.

Einzig Portugals Ronaldo weiß zu überzeugen und hat nach zwei Spielen bereits vier Treffer auf dem Konto. Der Real-Star ist der Hoffnungsschimmer dieser sonst bisher so tristen Weltmeisterschaft.

Bleibt allein der Glaube daran, dass sich die Favoriten in der Gruppenphase lediglich ihre Kräfte einteilen und die Qualität der Spiele in der K.O.-Phase deutlich ansteigen wird.

 
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