AZ-Kommentar Warum sich der FC Bayern nicht beschweren darf

Niederlagen tun weh - der FC Bayern aber muss die Schuld ganz allein bei sich selber suchen. Foto: Andreas Gebert/dpa

Nach dem Ausscheiden gegen Real Madrid weint der FC Bayern den vergebenen Chancen nach, die Fans jammern und schimpfen auf den Schiri. Doch alles Lamentieren hilft nichts: Die Bayern waren gut – Real aber im Ergebnis besser.

 

Der Tenor nach Abpfiff war eindeutig: Der FC Bayern München habe "das beste Spiel seit fünf Jahren gemacht" (Karl-Heinz Rummenigge) und war "die bessere Mannschaft" (Jupp Heynckes). Warum aber stehen dann nicht die Bayern im Finale, sondern der Gegner? Ganz einfach: Weil im Fußball letzlich das Ergebnis zählt – und nicht, wer schöner oder spektakulärer spielt. Mag abgedroschen klingen, ändert aber nichts an der Tatsache.

Trotz des zweifelsohne guten und beherzten Auftritts gegen das "weiße Ballett" von Madrid müssen sich die Bayern fragen, warum es ihnen (allen voran Robert Lewandowski) in insgesamt 180 Minuten nicht gelungen ist, ihre zahlreichen Torchancen zu nutzen. Hätten sie das getan, wären die "zwei Geschenke an Real" (Jupp Heynckes) egal gewesen, genauso wie nicht gegebene Elfmeter.

Die Bayern müssen akzeptieren, dass auch andere Mannschaften Glück haben

Noch dazu, wenn sich der Verein gefühlt nur in der Champions League wirklich ernst und wahr genommen fühlt. In der Liga beklagen sich die Verantwortlichen ja des Öfteren über mangelndes Niveau der anderen Teilnehmer und die daraus resultierende Langeweile. Aber wer sich dann endlich mit den Besten in der Königsklasse misst, muss auch akzeptieren, dass es bessere Mannschaften gibt - oder eben effizientere beziehungsweise glücklichere.

Da hilft alles Jammern und Lamentieren nichts. Der FC Bayern sollte sich stattdessen auf die Schultern klopfen für zwei tolle Spiele, die Werbung für den Fußballsport waren. Und die Fans sollten ein paar Jahre zurückdenken: Nach dem (wirklich!) dramatischen "Finale dahoam" 2012 weinten die Bayern ebenfalls lange bitterlich. Ein Jahr später gewannen sie das Triple.

 

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