AZ-Kommentar Waffenwahn: Es gibt effektivere Alternativen

"Ich mag keine Waffen, weder echte, noch Spielzeuge oder Gaspistolen", sagt Lokalredakteur Ralph Hub. Foto: Polizei

Der AZ-Lokalredakteur Ralph Hub über den Trend zur Waffe. Sie vermitteln ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. 

 

Ich mag keine Waffen, weder echte, noch Spielzeuge oder Gaspistolen. Alleine schon der Anblick einer Waffe bereitet mir ein ungutes Gefühl. Nicht nur weil Waffen verletzen können. Viel mehr Sorgen machen mir Waffen in Händen von Menschen, die damit nicht umgehen können. Selbst Polizisten greifen nur als letztes Mittel zu ihrer Waffe, eben weil sie die Gefahren kennen.

Eine Waffe verleiht ihrem Besitzer ein trügerisches Gefühl der Sicherheit, kann einen aber schnell in noch größere Gefahr bringen, wenn sich ein Angreifer nicht abschrecken lässt – die Situation kann eskalieren, weil der Täter den Widerstand brechen will.

Leute mit Waffen haben oft Angst und sind nicht entscheidungsfähig

Die Wahrscheinlichkeit, in München Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, ist rein statistisch betrachtet relativ gering. Die Kriminalität sinkt seit Jahren. Zudem sind Geld, Handy und Ähnliches ersetzbar. Mit der eigenen Gesundheit ist das schon schwieriger.

Leute, die sich bewaffnen, haben üblicherweise Angst. Die ist aber ein schlechter Ratgeber. Wer Angst hat, ist nur selten zu rationalen Entscheidungen fähig.

Wer sich schützen will, für den gibt es effektivere Alternativen. Beispielsweise Lampen, die ein so grelles Licht ausstrahlen, dass sie dem Täter die Orientierung nehmen. Schrillalarme, die die ganze Nachbarschaft rebellisch machen. Und wer Angst vor einem Vergewaltiger hat, ist mit einer Stinkbombe in der Tasche besser bedient als mit einem Schießprügel. Der Gestank wirkt schneller und ist deutlich effektiver als eine Gas- oder Schreckschusspistole.

 

11 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading