AZ-Kommentar U-Bahn-Taktverdichtung: Späte Einsicht

AZ-Lokalchef Felix Müller über mehr Angebote der U-Bahn. Foto: Peter Kneffel/dpa

AZ-Lokalchef Felix Müller über den 10-Minuten-Takt und 24-Stunden-Betrieb bei der Münchner U-Bahn und die späte Einsicht der Rathaus-Politiker.

 

Eine starke U-Bahn ist die Lösung für viele Probleme dieser Stadt. Weil München zu wenig Platz hat an der Oberfläche. Weil Busse zu wenig Kapazität haben. Weil die U-Bahn schneller ist als die Tram. Weil München schon heute ein Netz hat, das es ermöglicht, viele Strecken so komfortabel zurückzulegen wie mit keinem anderen Verkehrsmittel. Dass die U-Bahn ein Problemlöser sein kann, haben mittlerweile alle verstanden.

Sogar die Grünen (die aktuell etwas frech auf Plakaten für U-Bahnen werben, wohlwissend, dass sie es waren, die die Planung neuer Strecken für unnötig hielten und letztlich zum Erliegen brachten).

Neue U-Bahnen brauchen sehr viel Zeit

Doch neue U-Bahnen brauchen Zeit. Sehr viel Zeit. Bis sie geplant und gebaut sind, vergehen Jahrzehnte. Dazu kommt: Sanierungen wurden jahrzehntelang verschleppt, was die Fahrgäste nun mit Streckensperrungen und Langsamfahrstellen bezahlen müssen.

Gut, dass jetzt auf vielen Ebenen - endlich! - wieder mehr passiert. Dazu gehört, das Angebot zeitgemäß zu machen mit einem Dauer-Zehn-Minuten-Takt, der die Bahn spätabends konkurrenzfähiger zum Taxi macht. Und möglichst bald mit einem durchgehenden Betrieb auch nachts. Dass den im Rathaus plötzlich viele für möglich halten, nachdem man viele Jahre entsprechende Ideen mit einem achselzuckenden "‘s gähd hoid ned" abbügelte, ist bizarr. Aber besser viel zu spät als nie.

 

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