AZ-Kommentar SIKO-Rede von Angela Merkel: Ein Wunschtraum

Angela Merkel bei ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Foto: AZ/dpa/Tobias Hase

AZ-Korrespondent Torsten Henke kommentiert die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Sicherheitskonferenz in München.

 

Für Gefühlausbrüche ist Bundeskanzlerin Merkel nicht bekannt. Sie gilt als eher zurückhaltend, ja zauderhaft. Umso mehr verblüffte ihr starker Auftritt bei der Sicherheitskonferenz. Merkel, die im Dezember den CDU-Vorsitz abgelegt hat, wirkte befreit. Sie trug ihr Bekenntnis zum Multilateralismus mit solcher Leidenschaft vor, dass klar war: Hier präsentiert eine Politikerin ihr politisches Vermächtnis, die die Weltpolitik über viele Jahre entscheidend mit geprägt hat.

Donald Trump versteht es nicht

Merkel hat ihr Plädoyer für "gemeinsame Win-Win-Lösungen" gegen die "America first"-Doktrin gesetzt. Es klang so plausibel wie einfach. Natürlich, gemeinsame Wege zu finden, ist schwierig, doch am Ende profitieren alle. Das müsste doch auch US-Präsident Donald Trump verstehen! Nur: Das tut er nicht, wie die Rede seines Kettenhundes Mike Pence verdeutlichte. Eine neue, bessere Weltordnung bleibt ein Wunschtraum, dessen Erfüllung Merkel als Kanzlerin nicht mehr erleben wird.

 

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