AZ-Kommentar Politik und der Luxuswahn: Kein Naturgesetz

Der Lokalchef über die Politik und den Luxuswahn. Foto: Legat

Die neuen Luxus-Wohnungen in der Au kosten bis zu 15.000 Euro pro Quadratmeter. AZ-Lokalchef Felix Müller über die Politik und den Luxuswahn.

 

Luxus, Luxus, Luxus: So langsam raucht einem der Kopf. Normale Wohnungen auf jeden Fall entstehen in München offenbar nicht mehr. Zumindest nicht in den zentralen Vierteln und nicht mal in vor wenigen Jahren noch schön bodenständigen Ecken wie der Au.

Zurück bleibt meistens ein Gefühl der Ratlosigkeit. Was sollte man auch tun gegen die Interessen von Erben, Firmen, Privatinvestoren? Doch gerade in der Au ist die Lage anders. Dass das alte Arbeiterviertel auf dem Weg ist, zum neuen Lehel rechts der Isar zu werden, war kein Naturgesetz.

Die Stadt hat daran ihren Anteil, weil sie bei den Neubauten auf dem Paulaner-Areal nicht (noch) genauer hinsah. Und der Freistaat auch – weil er das Gelände des alten Frauengefängnisses verscherbelt hat, statt etwas für die Au zu tun. Das gefährdet auch die Reste der alten Nachbarschaft – weil durch den bald extrem steigenden Mietspiegel die legale Verdrängung befördert wird.

Es werden kaum noch Flächen frei, die der öffentlichen Hand gehören. Sie müssen für bezahlbares Wohnen, für Kultur, für frei zugängliche Flächen entwickelt werden. Die Stadt hat das Problem erkannt – und muss sich in allen künftigen Fällen daran messen lassen.

Und Markus Söder? Aus Münchner Sicht würde man gerne wissen, ob er den Verkauf des Frauenknasts für einen Fehler hält – der sich nicht wiederholen darf.

 

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