AZ-Kommentar Mehr Toiletten - aber auch für alle?

Ein Toilettenschild mit Männlein und Weiblein. Doch Unisex-Toiletten sind in Dieter Reiters Vorstoß nicht enthalten. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

AZ-Rathausreporterin Emily Engels über Dieter Reiters Vorstoß Münchens Toiletten-Problem anzupacken.

 

Dass sich Münchner seit Jahrzehnten über die Toiletten- Situation beschweren, hat seinen Grund. Denn genauso lange sind schon öffentliche Toiletten in der Stadt nach und nach geschlossen worden. Und es handelt sich hier schließlich nicht um ein Luxus-Problem. Nein, es geht um ein ganz grundlegendes Bedürfnis.

Es ist richtig, dass der OB das Thema zur Chefsache macht und keine Standorte mehr schließen will. Zeit ist es geworden. Doch erledigt ist das Thema damit noch lange nicht. Zum einen müssen – wie auch in der Beschlussvorlage vorgesehen – dringend all die Toiletten, die für Menschen mit Behinderung derzeit nur schwer oder gar nicht nutzbar sind, barrierefrei umgestaltet werden.

Doch auch Bezahl-WCs können zu einer Hürde werden – weniger für die Touristen, dafür umso mehr für die Münchner. Denn 60 Cent läppern sich – gerade, wenn man sie regelmäßig bezahlen muss. Auch kann es schlichtweg passieren, dass der nötige Gang zum Klo daran scheitert, dass man kein Kleingeld in der Tasche hat. Das darf nicht sein!

Und wenn es schon um Hürden geht: Was ist mit dem dritten Geschlecht? Von der Planung weiterer Unisex-WCs ist in Reiters Beschlussvorlage in keinem Satz die Rede. Und was ist mit Eltern? Wickeltische sollten in allen Toiletten Standard sein. Und zwar nicht nur in Frauen-Toiletten. Sondern auch bei Männern!

 

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