AZ-Kommentar Markus Söder profiliert sich für die Ära nach Angela Merkel

Clemens Hagen.
Markus Söder meistert die Coronakrise sehr gut, kommentiert Politik-Vize Clemens Hagen. Foto: AZ-Montage, Sven Hoppe/dpa

Politik-Vize Clemens Hagen über das Krisenmanagement von Markus Söder.

 

Auf die Frage, wie Markus Söder rieche, antwortete die langjährige "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel jüngst: "Nach Macht". Ein Bonmot, das die Situation im politischen Deutschland treffend beschreibt. Die Kanzlerin wirkt im Angesicht der neuerlichen Herkulesaufgabe müde und angeschlagen. Ihre Kronprinzen – vom blassen Laschet bis zum verstummten Röttgen – werden von Söders Tempo überrollt.

Söder und Bayern gehen voran - Deutschland zieht nach

Der Bayer ist omnipräsent. Er trifft Entscheidungen im Stakkato-Rhythmus, die er jeden Tag – im Brustton der Überzeugung – in laufende Kameras und Mikrofone spricht. Söders Prämisse: Bayern legt vor, der Bund zieht nach. So funktioniert die Republik in Zeiten der Corona-Krise.

Söder tut genau das, wonach sich das verunsicherte Volk sehnt: Er schwört die Deutschen auf eine Phase voller Gefahren und Entbehrungen ein, die zweifellos vor ihnen liegen. Dabei ist er so streng wie empathisch. Er macht es gut, und macht er so weiter, werden sie in Berlin gar nicht an ihm vorbeikommen, wenn die Macht nach Ende der Ära Merkel neu verteilt werden wird.

 

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