AZ-Kommentar Grundstücksverkäufe: Schlecht gemacht

Dieses und zwei weitere ihrer Grundstücke will die Stadt verkaufen – im "München-Modell Eigentum". Der Grundstückspreis könnte bis zu 30 Prozent unter dem Verkehrswert liegen. Wer sich bewerben will, darf aber nicht zu viel verdienen. Ein schlechtes Vorgehen, meint unsere Vize-Lokalchefin Sophie Anfang. Foto: Daniel von Loeper

Die Vize-Lokalchefin Sophie Anfang über die Grundstücksverkäufe der Stadt München.

 

Die Stadt lernt bei den eigenen Grundstücken einfach nicht dazu. Was nicht ins Schema der eigenen Wohnungsbaugesellschaften passt, wird verkauft – öffentliche Grundstücke kommen so zurück auf den (in München verrückten) freien Markt – die 20 Jahre Wartefrist für einen Neuverkauf ändert daran kaum etwas.

Und auch die Käufergruppe ist schlecht gewählt: Wer für das München-Modell Eigentum in Frage kommt, darf kein zu hohes Einkommen haben – um sich das Grundstück zu finanzieren, braucht es aber doch viel Geld. Das bedeutet, dass im Prinzip nur Menschen zugreifen können, die ordentlich geerbt haben. Und die bekommen vom Steuerzahler in Form eines vergünstigten Grundstücks noch ein Zuckerl drauf. In der CSU glaubt man ernsthaft, dass das ein faires Modell ist.

Warum die Grundstücke nicht in Erbpacht an Genossenschaften vergeben? Oder noch besser an ein Miethaussyndikat. Bei dieser Form wird günstiger Wohnraum geschaffen und das Objekt dauerhaft der Spekulation entzogen. So geht faire Wohnraumpolitik!

 

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