AZ-Kommentar Der VGH und das Spaghettimonster: Wichtiger als Lärm

Michael Wladarsch will Gleichbehandlung von Weltanschauungsgemeinschaften und Religionen. AZ-Redakteurin Anja Perkuhn über die Relevanz des Falls. Foto: ape/AZ

Ein Atheist will vor dem VGH für seine Gemeinschaft die Befreiung vom Rundfunkbeitrag erstreiten. Die Lokalredakteurin Anja Perkuhn über die Relevanz solcher Klagen.

 

„Das Gericht hat doch wirklich Besseres zu tun“, seufzt der Zeitungskollege auf dem Nebenplatz. Aber mal ernsthaft: Hat es das wirklich? Sind die Beseitigung eines zu hoch und massiv gebauten Baumhauses in Denkendorf oder die befürchtete Lärmbelastung durch ein neues Fitnessstudio in Rosenheim – beides Fälle des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes in diesem Monat – relevanter als die Frage danach, wie viele Zugeständnisse den Religionsgemeinschaften in einem säkularen Staat gemacht werden?

Im Einzelfall sind Baumhaus und Fitnessstudio extrem relevant. Aber Klagen wie die unter der Schirmherrschaft des Spaghettimonsters können gesamtgesellschaftliche Fragen anstoßen wie: Warum haben Kirchen Privilegien, die humanistische Einrichtungen nicht bekommen? Auch dafür ist das Rechtssystem da.

 

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