AZ-Kommentar Corona-Hilfen für die Kultur: Die Hausaufgaben

Bayerische Willkür: Im Juni spielte Hannes Ringlstetter vor 100 maximal erlaubten Zuschauern auf dem riesigen Passauer Domplatz, ab Mitte kommender Woche dürften dann 400 Menschen zuhören. AZ-Redakteur Robert Braunmüller kommentiert. Foto: Sophia Mann

Der Kulturredakteur Robert Braunmüller über die nächsten kulturpolitischen Schritte in der Corona-Krise.

 

Ein Zeugnis für die Kulturpolitik des Freistaats Bayern der letzten vier Monate schenken wir uns gnadenhalber. Vorrücken kann es da nur auf Probe geben. Und sehr viel Fleißarbeit in den Ferien bis zum Wieder- beginn des Kulturbetriebs nach den Theaterferien und der Sommerpause.

Im September würden wir gerne hören, dass die Soforthilfe für Solo-Selbständige verlängert wird. Sie muss vom Ministerium auch weniger juristisch erklärt werden. Noch im Sommer müssen in geeigneten Höfen staatlicher Bauten wie der Residenz Auftrittsmöglichkeiten geschaffen werden. Und zwar so unbürokratisch, wie das für kommerzielle Kunstmessen auch möglich ist. Auch die Stadt muss hier flexibler werden und Auftrittsmöglichkeiten auf dem Königsplatz schaffen.

Außerdem erwarten wir im Herbst flexible Regelungen zur Besucherzahl, die an die Größe der Veranstaltungsräume angepasst werden. Das ist die geringste Arbeit, weil diese Hygienekonzepte bereits seit Monaten vorliegen. Und langsam sollte die Politik auch verstehen, dass die privatwirtschaftliche Kultur so wichtig ist wie die Staatstheater. Und dass beide eine gewisse Planungssicherheit brauchen.

Ansätze dazu gibt es – etwa die in den letzte Woche verkündeten Hilfen für Clubs. Das loben wir gern. Aber es reicht noch nicht, um das Vorrücken ernstlich zu garantieren.

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