AZ-Kommentar Böllerverbot: Eine Frage der Durchsetzbarkeit

In München dürfen Rakten in der Altstadt gar nicht mehr gezündet werden. Foto: dpa

An Silvester herrscht innerhalb des Mittleren Rings ein Böllerverbot. Das durchzusetzen dürfte durchaus kompliziert werden.

 

Der Jahreswechsel wird heuer in München anders sein als sonst: Die Stadt hat ein generelles Feuerwerksverbot in der Altstadt erlassen, innerhalb des Mittleren Rings dürfen zwar Raketen, nicht aber Böller gezündet werden. Die entsprechende Verordnung will das KVR am Dienstag offiziell bekannt geben.

Über die Sinnhaftigkeit des Verbots kann man politisch sicherlich streiten. Auch, weil es spannend wird zu sehen, wie das Verbot in der Silvesternacht kontrolliert wird und Verstöße gegebenfalls geahndet werden.

Viel Arbeit für die Polizei

Die Polizei wird patrouillieren, das ist klar. Aber wie viele Beamte müssen im Einsatz sein, um den kompletten Bereich innerhalb des Mittleren Rings abdecken zu können? Giesing, Sendling, das Westend mit der Schwanthalerhöhe, die Maxvorstadt, ein großer Teil von Schwabing, Haidhausen: Hunderttausende Menschen leben hier, viele von ihnen werden (vielleicht noch mit Gästen) in der Nacht auf den Straßen sein und vermutlich nicht extra nach Feldmoching fahren, um dort zu böllern.

Auf Verdacht jeden zu kontrollieren wäre nicht nur nicht machbar, einen Generalverdacht zu beschwören, kann nicht im Interesse von Politik und Polizei sein. Hinzu kommt: So ein Chinaböller ist schnell gezündet – und weggeworfen.

Die Polizei will mit zwei zusätzlichen Hundertschaften im Einsatz sein. Die Beamten dürften sehr, sehr viel zu tun haben in der letzen Nacht des Jahres.

 

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