AZ-Kommentar Ausgangsbeschränkungen: Bizarres Wirrwarr

Der Lokalchef über die Ausgangsbeschränkungen. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Lokalchef über die Ausgangsbeschränkungen.

 

"Was sollen wir denn machen? Wir haben keinen Balkon!" Das hat ein junges Paar am Samstag im Hirschgarten gesagt, wo es sich inmitten einer leeren Wiese mit seinem Baby auf eine Decke gesetzt hatte. Bis die Polizei sie vertrieb. Nebenan mussten ältere Münchner ihr Bier im Stehen trinken. Weil Sitzen verboten sei. In der Stadt wurde einem Senior erklärt, er müsste 150 Euro zahlen, wenn er zu lange auf einer Bank säße.

Bis zum Wochenende war die Akzeptanz für die Regeln unter den Münchnern hoch. Das droht sich jetzt zu  ändern. Weil die Verfügung der Staatsregierung plötzlich viel härter ausgelegt wird als zuvor. Ohne Debatte, ohne, dass es jemand politisch verantworten würde.

Und: Weil die Menschen in Büros und Firmen nicht durch neue staatliche Regeln geschützt werden – während es in der Freizeit immer enger wird.

Weil die Münchner Polizei am Freitag erklärte, es sei kein triftiger Grund, die Wohnung zu verlassen, um einen Ausflug zu machen, Ministerpräsident Markus Söder am Samstag aber zu Tegernsee-Spaziergängen ("mit Abstand okay") ermunterte. Es droht ein Wirrwarr mit bizarren Auswüchsen. Zeit, die Münchner Polizei ein bisserl einzubremsen.

 

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