AZ-Meinung Abriss der Tierklinik: Es ist noch nicht zu spät

Die historische Tierklinik auf einer Postkarte von 1922. Foto: Altstadtfreunde

Vize-Chefredakteur Thomas Müller über den Umgang mit dem Stadtbild.

Um das Münchner Stadtbild müssten sich Stadt und Freistaat längst ernsthaft Sorgen machen. Bloß: Sie tun es nicht – und private Investoren ohnehin nicht. Vielmehr wird nur noch mit der Abrissbirne geplant. Der Umgang mit der alten Tierklinik ist aktuell das beste, wenn auch längst nicht das einzige Beispiel dafür.

Sicherlich, auf dem Areal steht so gut wie nichts unter Denkmalschutz. Schon vor Jahren hat das Landesamt jegliche Denkmaleigenschaft verneint – trotz Jugendstiltreppenhäusern, trotz unverfälscht erhaltener 50er-Jahre-Wiederaufbau-Architektur. Auch wenn diese Sichtweise mittlerweile kritisch gesehen wird (übrigens auch im Landesamt selber) – rein rechtlich wäre eine 180-Grad-Kehrtwende schwer vermittelbar.

Stadtbildprägende Elemente müssen erhalten bleiben

Wie dieser typisch münchnerische Mix aus Altbauten und Wiederaufbau-Elementen, aus dem ja die halbe Stadt besteht und ihren Charme bezieht, erhalten werden kann? Darüber gälte es, bei Stadt und Staat (vor allem auch beim Landesamt!) mal nachzudenken.

Ziel muss es sein, stadtbildprägende Elemente zu erhalten. Die Tierklinik, die hier und in diesen Dimensionen schon seit über 100 Jahren existiert, zählt ganz sicher dazu. Konkret: Beliebig verstreute Neubau-Kuben und Freiflächen könnten so – oder anders platziert werden.

Immer noch. Für die Tierklinik ist es noch nicht zu spät.

 

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