AZ-Interview zum TSV 1860 Löwe Herbert Paul: "Meditieren? Ich gebe Daniel Bierofka gerne Tipps!"

Lehrer und Schüler: Löwen-Trainer Daniel Bierofka (li.) und Herbert Paul. Foto: imago/MIS

Löwen-Verteidiger Herbert Paul spricht in der AZ über sein Dasein als Dauerbrenner, er zieht eine Bilanz seines ersten 1860-Halbjahres – und unterbreitet Trainer Daniel Bierofka ein besonderes Angebot.

München - "45 000 Zuschaer, Bundesliga-Atmosphäre! Das war für viele von uns alles neu." Herbert Paul blickt auf aufregende erste Monate beim TSV 1860 zurück.

Kam der 24-jährige Ingolstädter zuvor schließlich vom deutlich kleineren Regionalligisten 1. FC Schweinfurt 05 nach Giesing. Dass gegen Carl Zeiss Jena am Sonntag (13 Uhr, im AZ-Liveticker) nur ein Sieg zählt. Wie ihm das Meditieren hilft. Und wann Trainer Daniel Bierofka auch mal "Feuer" gibt.

Herr Paul, wissen Sie eigentlich, wie viele Spielminuten Sie in der Dritten Liga mittlerweile auf dem Buckel haben?
HERBERT PAUL: Boah, keine Ahnung! Aber viele: Gegen Halle war ich leider verletzt (Oberschenkelzerrung, d. Red.), danach gegen den KSC bin ich erst spät reingekommen. Sonst waren es immer 90 Minuten, also fehlt nicht viel.

Herbert Paul: Anspruch, Stammspieler zu sein

1456 Minuten sind es, womit Sie zu Sechzigs Dauerbrennern zählen.
Hätte man mir das vor der Saison gesagt, hätte ich es sofort unterschrieben. Mit Eric Weeger habe ich auch einen sehr guten Konkurrenten und dachte in der Vorbereitung: Könnte eng werden, dass ich spiele. Aber mein Anspruch war, Stammspieler zu werden und das ist Gott sei Dank gut gelaufen.

Fuß fassen in der Dritten Liga – diese Zielsetzung trifft für Sie persönlich wie für den TSV zu. Inwieweit sind Sie zufrieden?
Ich denke, das erste Spiel muss man ausklammern: Lautern war einfach wow – 45 000 Zuschauer, Bundesliga-Atmosphäre! Da war für viele von uns alles neu. Ich habe nicht mein bestes Spiel gemacht und wir haben leider verloren. Danach habe ich mich ganz gut zurechtgefunden, Luft nach oben gibt es immer. Insgesamt fehlt uns nach den vielen hergeschenkten Punkten und der Serie mit einigen Unentschieden noch das Selbstverständnis. Diese Phase war für den Kopf nicht einfach. Lieber gewinnst du ein Spiel und verlierst das andere, bevor du zwei Mal Unentschieden spielst.

Zuletzt ist der Ton von Trainer Daniel Bierofka rauer geworden. Hat er im Training die Zügel angezogen?
Wer den Biero kennt, der weiß: Die Trainingsintensität ist immer hoch. Wenn er gewisse Dinge sieht, muss er sie ansprechen. Und wenn etwas nicht passt, dann eben mit etwas mehr Feuer.

Nach Ihrem Wechsel auf Giesings Höhen durften Sie auch den Trubel rund um Sechzig kennenlernen. Wie gehen Sie damit um?
Das war am Anfang echt neu. Grundsätzlich ist es doch schön und gut für Sechzig, dass ein so großes Interesse herrscht. Dass manchmal auch um den Verein Unruhe herrscht, ist auch bekannt. Das kann mir als Spieler doch egal sein, ich mache meinen Job und empfinde es als Riesenehre, für 1860 zu spielen.

Herbert Paul: Auch mal auf den Christkindlmarkt

Sie wirken auf dem Platz wie privat sehr unaufgeregt. Das Meditieren, wie Sie im Trainingslager erzählten, scheint aus Ihnen einen ausgeglichenen Menschen zu machen, oder haben Sie noch andere Mittel?
Auf dem Rasen versuche ich, immer alles zu geben. Aber wenn ich nach Hause fahre, kann ich gut abschalten: am besten mit ganz normalen Dingen, bei der Familie oder aktuell mit Freunden mal auf den Christkindlmarkt gehen. Meditieren hilft mir sehr dabei, zu mir selbst zu finden. Du kannst bei dem, was heutzutage auf dich einprasselt, nicht immer nur voll da sein.

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Haben Sie das schon mal Ihrem Trainer gesagt? Daniel Bierofka meinte mal, er könne sich Meditationstipps von Ihnen holen.
Nein, bisher nicht. Ich musste mir nur ein paar Sprüche aus der Mannschaft anhören, das ist ja ganz normal. Wenn Biero Tipps möchte, kann er gerne kommen. (lacht)

"Gegen Jena gibt es nichts anderes als einen Sieg"

Balsam für die Seele von Bierofka und allen Löwen wären aber vor allem Siege gegen Jena und den 1. FC Kaiserslautern im Heimspiel-Doppelpack vor der Winterpause. Was ist drin für Sechzig in diesen beiden Spielen?
Beide Teams haben einen neuen Trainer. Das macht sie zwar unberechenbar, aber die Spieler bleiben dieselben. Und ich bin der Meinung: Gerade in unseren Heimspielen mit diesen wahnsinnigen Fans im Rücken liegt es mehr an uns als am Gegner: Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, können wir jeden schlagen. Gegen Jena gibt es nichts anderes als einen Sieg. Danach sehen wir, wie es gegen Lautern ist. Mit sechs Punkten in die Winterpause zu gehen, wäre top.

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