AZ-Interview vor BBL-Finale Alex King: "Wir wollen uns jetzt mit der Trophäe belohnen"

Früher spielte er für Berlin, jetzt für die Bayern-Basketballer: Alex King. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die Bayern-Basketballer treffen ab Sonntag im Finale auf Alba Berlin. Alex King erklärt hier, warum der Sieg gegen seinen Ex-Klub verdient wäre.

 

München - Der jetzt 34-jährige Alex King ist seit 2016 Star des FC Bayern, davor spielte er für Alba Berlin. Im Finale der BBL stehen sich die beiden Teams ab Sonntag (18 Uhr, Audi Dome) in der Best-of-Five Serie gegenüber.

AZ: Herr King, am Sonntag (18 Uhr/MagentaSport) starten Sie mit den Bayern-Basketballern in die Finalserie gegen Alba Berlin. Meister gegen Vizemeister: Das Traumfinale, oder?
Alex King: Ja, viele haben sich dieses Finale gewünscht. Auch viele Alba-Fans wollten die Revanche gegen uns. Berlin war im Eurocup und im Pokal im Finale und hat sich noch mal weiterentwickelt. Wir freuen uns darauf, uns mit ihnen messen zu können.

Nach einer Woche Wartezeit…
Es ist schon schwierig, so lange auf das erste Spiel warten zu müssen, und es nervt schon ein bisschen, wenn man sieht, wie in anderen Ligen die Finalspiele direkt drei Tage nach dem Halbfinale losgehen. Das sollte die BBL in Zukunft vielleicht anders regeln. So müssen die Spieler mental stark sein, um den Fokus zu behalten. Aber wir sind Profis genug. Jetzt sind wir im Finale und wollen den Sack auch zumachen.

"Ich freue mich, gegen meinen Ex-Verein zu spielen"

War Alba auch Ihr persönlicher Wunschgegner?
Ich freue mich, gegen meinen Ex-Verein zu spielen. Da muss man seine Emotionen schon kontrollieren. Aber wenn man Meister werden möchte, muss man die beste Mannschaft schlagen. Wir wollen beweisen, dass wir den Titel back-to-back gewinnen, ihn verteidigen können, das ist unser Anspruch.

Was wird den Unterschied im Finale ausmachen?
Die Rebounds werden sehr entscheidend sein. Wenn wir die gegen Alba holen, dann haben wir eine große Chance zu gewinnen. Das war schon bei unserem Sieg im Ligaspiel in Berlin der Schlüssel. Unsere Verteidigung wird eh da sein, denn das ist unsere Stärke und Philosophie. Alba spielt sehr schnellen Basketball. Darauf haben wir im Halbfinale gegen Vechta schon den richtigen Vorgeschmack bekommen, die einen ähnlichen, sehr physischen Basketball spielen. In der Braunschweig-Serie haben wir das Playoff-Feeling noch gar nicht so sehr gespürt. Im Halbfinale sind wir aber endlich in den Playoffs angekommen.

Das Pokalviertelfinale gewann Berlin mit 78:70 in München.
Davor hatten wir fünf Spiele in zehn Tagen. Das war eine toughe Situation. Aber wir wollen keine Ausreden. Wir haben es verloren. Punkt. Aus. Basta. Berlin hat die Chance in diesem Moment gut genutzt.

FC Bayern vs. Alba Berlin: King freut sich auf beiden Seiten

Sie kennen die Duelle Bayern gegen Berlin als ehemaliger Alba-Kapitän von beiden Seiten. Auf welcher macht es mehr Spaß?
Ach, als ich noch für Berlin gespielt habe und hier in München gegen Bayern den Pokal gewonnen habe, habe ich mich als Alba-Spieler gefreut. Letztes Jahr bin ich mit Bayern gegen Alba deutscher Meister und Pokalsieger geworden und möchte natürlich auch jetzt wieder mit meiner Mannschaft gewinnen. Es ist für mich eine Ehre, dass ich für zwei erfolgreiche Topteams der Liga spielen konnte und das weiter tun kann. Jetzt in der Stadt, in der ich aufwuchs.

Gegen Vechta kamen Sie im ersten Spiel als Derrick-Williams-Vertreter zum Einsatz. Eine Rolle, die Ihnen gefällt?
Es ist ein bisschen ein Déjà-vu zum letzten Jahr, wo ich ja auch in den Playoffs ins Team gerückt bin. Wenn ich reinkomme, versuche ich immer noch einmal eine Schippe draufzulegen, den Extra-Spirit von der Bank zu geben. Ich arbeite und trainiere hart für diese Situationen. Meine Erfahrung hilft mir dabei. Ich bin ready, wenn ich gebraucht werde. „Ich würde mich freuen, in der Bayern-Familie zu bleiben“

Mit Williams machen Sie immer ein paar ziemlich komplexe Handshake-Rituale, bevor Sie aufs Feld gehen. Wer hat sich die ausgedacht?
(lacht) Wir beide. Über die Saison ist das so entstanden. Wir haben mal was von dem Computerspiel Call of Duty abgeschaut oder auch von Spielzügen in der NBA, die so angesagt werden. Das macht uns ein bisschen lockerer und entspannter fürs Spiel. Bis jetzt hilft es ganz gut.

"Ich fühle mich bei den Bayern zuhause"

Haben Sie noch ein paar neue Ideen für die kommende Saison?
Mal schauen, was wir uns da so ausdenken werden, wenn wir beide dann noch hier sein sollten.

Ihre Verträge laufen beide aus.
Ja. Ich weiß nicht, was er vorhat und ich weiß auch noch nicht, was ich machen werde. Aber natürlich würde ich mich freuen, hier weiter bei der Bayern-Familie zu bleiben. Ich fühle mich sehr wohl und sehr zuhause bei Bayern. Aber ich habe wirklich bei uns allen das Gefühl, dass jeder im Moment nur darauf fokussiert ist, das Finale zu spielen und es zu gewinnen.

Die Meisterschaft wäre ein gutes Argument in den Verhandlungen, oder?
Klar, der Titel würde ganz gut in die Bewerbungsmappe passen. (lacht)

Wie wichtig ist der Titel für die Bewertung der Saison?
Wir wollen auf jeden Fall Meister werden. Auch, um zu zeigen, dass wir es trotz unserer Wildcard verdient haben, wieder in der Euroleague mitzuspielen. Wir haben eine sehr gute Saison gespielt und wollen uns jetzt auch mit der Trophäe dafür belohnen.

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