AZ-Interview nach CHL-Finalpleite EHC-Profi Yannic Seidenberg: "Der Schmerz ist einfach da"

Bedient: Münchens Yannic Seidenberg während des CHL-Endspiels in Göteborg gegen die Frölunda Indians. Foto: imago/Bildbyran

Nationalverteidiger Yannic Seidenberg spricht in der AZ über das verlorene Finale in der Champions League: "Das war ein Spiel, aus dem wir lernen können."

München - Yannic Seidenberg (35) unterlag am Dienstag mit dem EHC München im Finale der Champions League CHL beim schwedischen Topklub Frölunda Indians mit 1:3.

AZ: Herr Seidenberg, nichts war es mit dem Triumph in der Champions League für den EHC Red Bull München, die Frölunda Indians waren im Endspiel dann doch zu stark. Wie tief sitzt der Schmerz nach so einer Finalniederlage, und wann kommt vielleicht auch der Stolz auf das Erreichte zurück?
YANNIC SEIDENBERG: Klar sind wir stolz, aber am Ende des Tages will man eben den Pokal gewinnen. Das haben wir nicht geschafft und dann macht es gefühlt gar keinen großen Unterschied, ob du in der Gruppenphase scheiterst oder erst im Finale – der Schmerz ist einfach da. Natürlich tut es im Finale besonders weh, eine Niederlage einzustecken. Für uns als Team ist das aber die Gelegenheit, an dieser Situation zu wachsen und die nächsten Jahre den Pokal wieder anzugreifen.

Steht der Champions-League-Sieg jetzt ganz oben auf der Liste, vielleicht noch vor der Meisterschaft? Ihr Kollege Konrad Abeltshauser sagt, wenn es dieses Jahr nicht geklappt hat, dann eben nächstes Jahr.
Der Champions-League-Triumph stand auch die letzten Jahre schon auf unserer Liste! Wir gehen in jede Saison rein und sagen, wir wollen die Champions League und die DEL gewinnen. Der Konni hat zwar noch ein paar Jahre mehr Zeit als ich, aber ich hoffe, dass wir beide zusammen den Pott noch feiern können.

Sie haben in Ihrer Karriere so viel erlebt. Wo war der Stellenwert dieses Spieles einzuordnen?
Sehr hoch. Das ist ein Titel, den ich in meiner Karriere sehr gerne noch mitnehmen würde. Aber noch habe ich ja ein paar Jahre Zeit, um ihn zu gewinnen. So ein Finale zu spielen, bei so einer Stimmung, das war schon beeindruckend.

Was war letztlich ausschlaggebend für die Niederlage?
Es waren viele Details, man kann das nicht auf einen Grund reduzieren. Göteborgs Powerplay mit den drei Toren war natürlich ein wichtiger Faktor, sie haben sehr viel Druck gemacht und es war hart, dagegenzuhalten. Letzten Endes waren wir gut auf sie eingestellt, wir wussten, wie sie spielen, aber Kleinigkeiten haben dann zu den Gegentoren geführt.

Gibt die Niederlage einen Motivationsschub für die Liga?
Egal, ob wir gewonnen oder verloren haben, wir wollten die Liga sowieso gewinnen. Das hier war ein Spiel, aus dem wir lernen können, um auch in der Liga erfolgreich zu sein.

 

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