AZ-Interview Maximilian Kastner: "Ich nehme kein Blatt mehr vor den Mund"

Läuft seit drei Jahren für den EHC Red Bull München auf: Maximilian Kastner Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Stürmer Maximilian Kastner vom EHC Red Bull München spricht im AZ-Interview über Kufen im Gesicht und das Derby in Augsburg.

 

München - Der gebürtige Garmischer Maximilian Kastner steht seit 2015 beim EHR Red Bull München auf dem Eis. AZ hat vor dem Derby gegen Augsburg am Freitag (19.30 Uhr) mit ihm gesprochen.

AZ: Herr Kastner, am Sonntag beim Spiel des EHC in Wolfsburg haben sich die Zuschauern extrem Sorgen um Sie gemacht, als sie von der Kufe des Gegners im Gesicht getroffen wurden.
MAXIMILIAN KASTNER: Das ging mir nicht anders, als ich die Kufe auf mein Gesicht zukommen sah, habe ich auch nur gehofft, hoffentlich trifft sie mich nicht voll und schlitzt mir das Gesicht auf, das wäre mit das Schlimmste, was einem Eishockeyspieler passieren kann. Unser alter Teamkollege Niklas Postel hatte das ja, das sah übel aus. Ich hatte also echt Glück im Unglück, dass ich nur mit Nasenbluten davongekommen bin.

Manager Christian Winker sagte über Sie vor der Saison, dass Sie jetzt wirklich ein gestandener DEL-Spieler sind.
Das hört man natürlich gerne, denn der Christian hat schon viel gesehen und wenn er das sagt, freut es einen. Ich kann in dieser Saison sicher einige Akzente setzen, bekomm’ auch in entscheidenden Situationen das Vertrauen das Trainers und zum Glück kann ich auch zu den Erfolgen beitragen. Wir haben viele Verletzte...

Die Leistungsträger Trevor Parkes, Mads Christensen, Michael Wolf, Justin Shugg.
Genau, daher müssen jetzt andere nach vorne treten und Akzente setzen, wenn ich einer davon sein kann, umso besser.

EHC München: Kastner fiebert dem Derby entgegen

Es fällt auch auf, dass Sie Ihre Meinung deutlicher und unverblümter nach Spielen äußern als früher.
Das stimmt schon. Als junger Spieler hat man sicher irgendwo im Hinterkopf, dass es vielleicht nicht so gut ankommt, wenn man mit seiner Meinung nach außen geht, aber ich bin jetzt auch schon einige Jahre bei den Red Bulls, habe von den vielen großartigen Spielern, die wir hatten und haben das eine oder andere gelernt. Ich nehme kein Blatt mehr vor den Mund, sage ehrlich meine Meinung. Und mit Ehrlichkeit fährt man eigentlich immer gut.

Diese unverblümte Ehrlichkeit scheint ein Garmischer Charakterzug zu sein.
Ich wurde von daheim aus, aber auch in der Eishalle immer dazu angehalten – und ich finde es auch sehr gut, wenn man sich nicht verstellt, nur damit es vielleicht bei den Leuten besser ankommt.

Am Freitag kommt’s zum Spiel beim Erzrivalen Augsburg, wie sehr fiebern Sie als Urbayer einem Derby entgegen?
Schon (lacht). Das sind einfach die Spiele, die einen nochmal besonders pushen, die Fans sind bei Derbys immer besonders aufbrausend und diese Stimmung spürt man als Spieler auch sehr. Das sind die Partien, die ich liebe, für die man auch im Sommer jedem Tag hart trainiert, damit man das eben erleben darf. Natürlich tut es besonders gut, wenn man nach so einer Partie ein Siegerlachen im Gesicht hat.

Der EHC hat in dieser Saison erstaunlich hohe Niederlagen kassiert – 3:8 in Iserlohn, 2:6, in Bremerhaven, 1:6 in Malmö.
Solche Pleiten tun weh, gerade beim 2:6 in Bremerhaven haben wir denen den Sieg schlichtweg geschenkt, weil wir einfach unser System nicht durchgezogen haben. Vor drei Jahren hat es auch bis November gedauert, bis wir – und wir haben ja viele Neuzugänge – das System verinnerlicht haben. Genau da müssen wir jetzt wieder hinkommen.

 

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