AZ-Interview Jan Mauersberger: "Ich will weiter Fußball spielen"

Mit mittlerweile 33 Jahren einer der Routiniers im Löwen-Team: Jan Mauersberger. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Jan Mauersberger spricht im AZ-Interview über das Duell mit Ex-Klub Karlsruhe und seine Zukunft: "Ich will weiter Fußball spielen."

 

München - Der gebürtige Münchner Jan Mauersberger (33) spielt seit 2016 als Verteidiger beim TSV 1860. In der AZ spricht er über seine Zukunft.

AZ: Herr Mauersberger, nachdem die Zukunft vieler Löwen Stand jetzt unklar ist, mal ganz direkt gefragt: Werden Sie nächste Saison noch das Trikot des TSV 1860 tragen?
JAN MAUERSBERGER: Ich weiß es nicht. Ich weiß für mich, dass ich mich nicht mit einer derart unglücklich gelaufenen Saison von diesem tollen Verein verabschieden möchte und würde gerne nächstes Jahr – egal welchen Weg – weiterbegleiten. Aber momentan kann ich weder in die eine noch in die andere Richtung etwas sagen.

Sind Sie mit 33 Jahren in einem Alter, in dem sich die Frage stellt: Fußballschuhe an den Nagel hängen und die Karriere nach der Karriere starten, die Sie längst eingeläutet haben?
Für mich ist klar: Ich will weiter Fußball spielen und merke jeden Tag im Training, dass ich nach diesen ganzen Verletzungen, die ich leider erlitten habe (Gesichtsfraktur, Rückenverletzung, Muskelfaserriss, d. Red.), wieder fit bin. Ich will mich aber nicht zu einem neuen Vertrag quatschen, sondern durch meine Leistungen im Training zeigen, dass man sich auch im nächsten Jahr auf mich verlassen kann.

Mauersbergers Studium geht noch bis Februar 2020

Nach Ihrem jüngsten Praktikum bei Sechzig haben Sie also noch nicht vor, Kabine gegen Büro zu tauschen?
Wie gesagt, ich bin seit 15 Jahren Fußballprofi und freue mich, jeden Tag auf den Platz zu kommen. Mich nebenbei auf den Zeitpunkt X vorzubereiten, bedeutet nicht, dass ich deswegen direkt aufhöre – zumal mein Studium (Medien- und Kommunikationsmanagement, d. Red.) noch bis Februar 2020 geht. Wenn irgendwann der Zeitpunkt kommt, ist alles vorstellbar. Marketing, Medien, im Fußball bleiben oder ins Wirtschaftsleben eintreten – ich habe so viele Dinge im Kopf, die ich erstmal ordnen muss. Aber noch liegt der Fokus auf dem Sport, auch wenn das Praktikum wirklich Spaß gemacht hat.

Wäre in jedem Fall gut für Sie, wenn 1860 Drittligist bleiben würde: Wie groß ist die Abstiegsgefahr vier Spieltage vor Saisonende bei sechs Punkten Vorsprung und der halben Liga im Kampf um den Klassenerhalt?
Sechs Punkte Vorsprung sind zunächst eine komfortable Situation, andererseits spielen wir noch gegen Mannschaften, die hinter uns stehen und dürfen daher diese Spiele auf gar keinen Fall verlieren. Und das werden wir auch nicht!

"Auf die Saison 2016/17 schaue ich nicht gerne zurück"

In der Abstiegssaison 2016/17 unter Vitor Pereira wähnte man sich ebenfalls schon auf der sicheren Seite…
Auf diese Saison schaue ich sowieso nicht gerne zurück, zumal ich sowieso nicht denke, dass man verschiedene Spielzeiten miteinander vergleichen kann. Jede Saison verläuft unterschiedlich.

Am Samstag geht es gegen Ihren Ex-Klub, den Karlsruher SC. Wie soll es denn nach dem 0:3 in Halle gegen den nächsten Aufstiegsaspiranten klappen?
Mit dem KSC haben wir ein richtiges Brett vor der Tür. Ich denke gerne zurück, denn es war eine sportlich wie menschlich sehr schöne Zeit: Aufstieg in die 2. Liga und später fast auch noch in die Bundesliga. (Relegation gegen den HSV, d. Red.). Besonders imponiert mir, dass ich auch nach Jahren immer wieder herzlich empfangen werde, wenn ich für einen Besuch an die alte Wirkungsstätte zurückkehre. Gerne darf der KSC seine letzten drei Spiele gewinnen. Am Samstag haben wir selbstredend etwas dagegen.

"Mentalität ist wertvoller als die beste Technik"

Sie selbst dürften sich nach Kapitän Felix Webers Gelbsperre Einsatzchancen ausrechnen. Was spricht für Routinier Jan Mauersberger und gegen Youngster Semi Belkahia?
Dafür bin ich der falsche Ansprechpartner. Wir werden sehen, mit welchem Matchplan wir am Samstag in das Spiel gehen. Semi hat jedenfalls großes Potenzial und sich in den letzten Monaten Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Zurück zu Sechzigs Konsolidierungskurs: Was sagen Sie als Spieler dazu, dass die Mannschaft in der kommenden Saison mit unabsehbaren Folgen abgespeckt werden muss?
Die Verantwortlichen haben es frühzeitig kommuniziert, intern wie öffentlich. Somit weiß jeder Bescheid und kann für sich entscheiden, wie er als Spieler darauf reagiert. Ich stelle mich jedenfalls auch im nächsten Jahr jeder Herausforderung. Mentalität ist meistens eh wertvoller als die beste Technik. Ich habe bei diesem Verein mit diesen Fans im Rücken – und vor allem bei diesem Trainer – keine Bedenken, dass Sechzig auch in der kommenden Saison eine vernünftige Mannschaft auf dem Platz stehen haben wird.

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