AZ-Interview Löwen-Kapitän Weber: "Wir haben keine Krise"

, aktualisiert am 17.11.2017 - 10:06 Uhr
Felix Weber spricht im AZ-Interview über aktuelle Schwächephase. Foto: sampics/Augenklick

Kapitän Felix Weber spricht in der AZ über die schwächelnden Löwen und sagt: "Klar sind wir unzufrieden. Aber wir sind ja noch Spitzenreiter." Mit Buchbach hat er noch eine Rechnung offen.

 

München - Die AZ hat mit Felix Weber gesprochen. Der 22-Jährige aus München spielt für die Löwen als Innenverteidiger und ist seit dieser Saison Kapitän.

AZ: Herr Weber, gibt es dicke Luft in der WG mit Teamkollege Nico Karger, wenn die Löwen verlieren?
FELIX WEBER: Die Stimmung ist dann nicht so toll. Wir reden immer über das Spiel: Was hat gepasst, was hätte besser laufen müssen – aber das artet nicht in Streit oder endlosen Diskussionen aus. Klar ärgert mich die Pleite in Burghausen noch, aber jetzt haben wir mit der Vorbereitung auf das nächste Spiel begonnen. Abhaken und weiter geht’s.

War’s durch die XXL-Videoanalyse von Trainer Bierofka ein schmerzvolles Abhaken?
Ja, schon. Wir haben uns die erste Hälfte nochmal komplett angesehen. Aber das war schon gut so, das haben wir gebraucht, die Fehler nochmal vor Augen geführt zu bekommen.

Im letzten AZ-Interview haben Sie uns erklärt, unter welchen Bedingungen Sie in Ihrer Funktion als Kapitän mal auf den Tisch hauen würden – nämlich dann, wenn sich jemand auf dem Platz "hängen lässt" – wäre jetzt ein solcher Zeitpunkt gekommen?
Ich bin eher ein stiller Mensch und einer, der nicht so viel redet. Wenn, dann auf dem Platz. Aber es stimmt, dort muss ich vorangehen. Ich würde zwar nicht sagen, dass jemand nicht gewollt hat. Es gibt einfach solche Tage, an denen du immer einen Schritt langsamer bist. Aber klar ist auch: Wir müssen wieder die Grundtugenden rauskitzeln und uns mit allem, was wir haben, gegen diesen Abwärtstrend stemmen.

Es war bereits die dritte Niederlage in den letzten fünf Spielen. Ist das nicht besorgniserregend?
Klar sind wir unzufrieden. Aber wir sind ja noch Spitzenreiter, haben immer noch denselben Vorsprung. Wir haben keine Krise. Ich habe noch nie gehört, dass man eine Krise hat, wenn man Erster ist. Wenn wir alle Spiele bis zur Winterpause auch noch verlieren würden, dann hätten wir ein Problem. Für uns ist es gut, dass die anderen Teams auch gepatzt haben. Wir dürfen aber nicht dauernd auf die anderen schauen, sondern müssen unsere Spiele gewinnen.

Apropos Konkurrenz: Inwieweit beschäftigen Sie sich schon damit, wer in den anderen Regionalligen an der Spitze thront und in der Relegation Löwen-Gegner werden könnte?
Wir kriegen natürlich mit, wer gut ist und mit welchen Mannschaften zu rechnen ist. Klar schauen wir zum Beispiel nach Cottbus und wissen, dass sie noch ungeschlagen sind. Aber ich schaue mir deswegen nicht alle Spiele von Energie Cottbus an. Damit wird sich unser Trainer befassen, wenn es so weit ist.

Sprechen wir über Ihre Heimspielstätte, das Grünwalder Stadion. OB Dieter Reiter hat kürzlich erklärt, dass die Blöcke nacheinander ertüchtigt werden und ab der kommenden Saison 15 000 Zuschauer Platz finden werden.
Das ist überragend! Das Grünwalder ist für mich Heimat. Fünf Minuten vom Vereinsgelände entfernt– da gehören wir einfach hin. Umso besser, dass es klappt mit der Kapazitätserweiterung. Es schaut einfach blöd aus: unsere Fans eingezwängt im Block und daneben die halbe Kurve leer. Wir Spieler haben uns schon gefragt, wann der Rest der Westkurve endlich besetzt werden kann. Wenn wir nochmal 2500 Fans mehr haben, wird die Stimmung sicher noch besser.

Der nächste Gegner dort am Montag heißt TSV Buchbach.
Im Hinspiel am dritten Spieltag setzt es ein 0:1. Das ist natürlich noch im Kopf. Schon sehr bitter, da zu verlieren. Nach zwei Siegen zum Auftakt war es die erste Niederlage in der Regionalliga. Wer weiß, wozu das gut war: Vielleicht haben manche gedacht, es wird ein Selbstläufer. Danach haben wir eine Serie gestartet.

Für Sie selbst gäbe es auch eine Rechnung zu begleichen.
Ja, dieses dumme Eigentor… jetzt ist es zum Glück nicht mehr so schlimm, wie es damals war. Jetzt wollen wir alles raushauen, damit es anders läuft, und das werden wir auch. Ich freue mich auf die Revanche.

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