AZ-Interview Huck vor Comeback: "Das größte Gift kommt in kleinen Dosierungen"

Marco Huck kämpft am Samstag im Schwergewicht. Foto: dpa

Der 33 Jahre alte Marco Huck war Weltmeister im Cruisergewicht, verteidigte den Titel 13 Mal. Am Samstag (Sport1 überträgt ab 20 Uhr) kämpft er in München im Schwergewicht gegen Yakup Saglam.

AZ: Herr Huck, nach Ihrem Wechsel vom Cruisergewicht ins Schwergewicht müssen Sie nie mehr Gewicht abkochen. Eine Erleichterung?
MARCO HUCK: Eine riesige. Die meisten Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie das ist. Man ist eh schon vollkommen austrainiert und dann muss man immer noch ein paar Kilo loswerden. Man muss hungern, es tut weh, die Laune wird schlecht. All das ist jetzt vorbei. Das Schwergewicht ist für mich ein neuer Reiz, ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich wirklich wahnsinnig freue.

Mit Ihren 1,87 Metern und knapp 100 Kilo sind Sie für das heutige Schwergewicht aber eher klein und schmächtig.
Das stimmt zwar, aber wie sagt man: Die größten Gifte kommen in kleinen Dosierungen. Ich habe einiges im Schwergewicht vor, warten Sie es ab. Ich bin so motiviert wie schon lange, lange nicht. Ich habe die Lust am Boxen wiedergefunden.

Marco Huck: "Jetzt alles anders"

Das heißt im Umkehrschluss: Sie hatten die Lust verloren.
Ja. Ich habe meinen Weltmeister-Titel insgesamt 13 Mal verteidigt. Das hat sich irgendwie wie am Fließband angefühlt. Immer wieder Training, immer wieder laufen, immer wieder Gewicht machen. Wie bei wahrscheinlich jeder Arbeit kommt irgendwann dieser Moment, wo man zwar seine Arbeit erledigt, aber eben etwas lustlos. Es ist so viel Routine, aber so wenig neue Reize. Das ist jetzt alles anders.

Ihr Gegner bei Petkos Fight Night in Unterschleißheim ist Yakup Saglam.
Ich habe viel Respekt vor ihm. Er hat den Kampf gegen mich angenommen, das zeigt schon, dass er ein echtes Kämpferherz hat. Alle anderen Antworten gibt es dann am Samstag im Ring.

Marco Huck über Powetkin-Kampf: "Ich habe nicht verloren"

Sie haben schon einmal im Schwergewicht geboxt – gegen den damaligen Weltmeister Alexander Powetkin, den Sie zum Ende durch den Ring geprügelt haben. Am Ende bekam aber er den Punktsieg.
Ich habe nicht verloren, das weiß jeder, der den Fight gesehen hat. Selbst Powetkin hat zugegeben, dass er nicht gewonnen hat. Ich hatte beide Hände am Gürtel, dann haben Sie ihn mir geklaut. Das hat damals sehr weh getan – und tut heute noch weh. Ich will mir den Titel, der mir damals gestohlen wurde, eines Tages zurückholen.

Und Ihre beiden Niederlagen zuletzt gegen Mairis Briesis und Alexander Usyk?
Die sind abgehakt, das ist Sport. Mal bist du oben, da war ich lang, mal unten. Ich habe jetzt wieder das Feuer in mir, das mit zwischenzeitlich verlorengegangen war.

 

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