AZ-Interview Freiburg-Kapitän: "Franck Ribéry ist für viele von uns ein Vorbild"

Mike Frantz ist Kapitän des FC Freiburg. Foto: Patrick Seeger/dpa

Mike Frantz, Kapitän des SC Freiburg, spricht in der AZ über den Altstar Franck Ribéry und das Liga-Duell. "Bayern hat auf jeder Position Top-Qualität", meint er. 

 

Der 32-jährige Mike Frantz ist Kapitän des SC Freiburg. Er spielt seit 2014 für die Breisgauer. In der AZ spricht er über Franck Ribéry und das Liga-Duell.

AZ: Herr Frantz, Sie haben Maler und Lackierer gelernt, bevor Sie Profifußballer geworden sind. Legen Sie zu Hause selbst Hand an, wenn etwas gestrichen werden muss?
MIKE FRANTZ: Bisher musste ich das noch nicht wieder tun seit der Lehre. Aber für später, wenn wir dann ins eigene Haus ziehen werden, ist es schön, wenn man ein paar Sachen selbst machen kann.

Verlernt haben Sie also noch nichts?
Das wird man dann sehen, ich hoffe es nicht (lacht). Aber grundsätzlich weiß man schon noch, wie man streichen muss, wenn man es einmal gelernt hat.

"Vor Heimspielen ist die Stimmung euphorisch"

Sie haben lange für den Club aus Nürnberg gespielt. Ist bei Ihnen die Lust auf einen Sieg gegen Bayern besonders groß?
Nein, das nicht. Fakt ist, dass es mit Nürnberg genauso wie mit Freiburg immer etwas Besonderes ist, gegen den FC Bayern zu spielen. Speziell in einem Heimspiel ist die Stimmung euphorisch, gewonnene Zweikämpfe werden noch mehr gefeiert als gegen andere Gegner. Wir freuen uns auf das Spiel – mit dem Wissen, dass viel zusammenkommen muss, damit wir punkten. Aber die Bayern müssen auch eine richtig gute Leistung bringen, um hier zu gewinnen.

Sie haben in Freiburg eine Festung aufgebaut, gegen die Topteams aus Leipzig und Gladbach gewonnen. Woher kommt die Heimstärke?
Ein ganz großer Faktor sind unsere Fans, die uns immer nach vorne peitschen, egal wie der Spielstand ist. Das gibt uns einen besonderen Schub.

"Da kommt eine Mammutaufgabe auf uns zu"

Freiburg hat schon elf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und kann ohne großen Druck in die Partie gegen Bayern gehen.
Es ist deutlich schwieriger, wenn du weißt, dass du nach jedem Spiel auf die Tabelle schauen musst. Aber es heißt ja oft, dass es für den Außenseiter gegen Bayern das leichteste Saisonspiel ist. Das Gegenteil ist der Fall: Es ist das schwierigste Spiel, weil Bayern auf jeder Position Top-Qualität hat. Im Hinspiel haben wir beim 1:1 gezeigt, dass es eine kleine Chance gibt. Die wollen wir nutzen. Wobei man schon das Gefühl hat, dass sich Bayern entwickelt hat und deutlich stabiler ist. Da kommt eine Mammutaufgabe auf uns zu.

Ist Freiburg die schönste Station Ihrer Profilaufbahn?
Das kann man schon sagen. Es war damals der beste Schritt von Nürnberg nach Freiburg. Ich hatte aber auch beim 1. FC Saarbrücken und beim Club tolle Zeiten, aber auch schwierige mit Verletzungen, die mich geprägt haben. Ich habe zu beiden Vereinen noch eine enge Bindung, zu Saarbrücken vielleicht noch mehr, weil es mein Heimatklub ist. In Freiburg bin ich seit Jahren sehr glücklich und dankbar für alle Erfahrungen in meiner Karriere.

"Franck Ribéry ist ein unfassbar guter, besonderer Spieler"

Würden Sie sich freuen, noch ein letztes Mal gegen Franck Ribéry zu spielen, der Bayern wahrscheinlich verlässt?
Ja, definitiv. Franck hat das letzte Jahrzehnt in der Bundesliga geprägt. Was mir immer imponiert hat, war, dass er nach schweren Verletzungen wieder zurückgekommen ist, immer wieder mit einem Lächeln auf dem Platz gestanden hat. Was das angeht, ist Franck für viele von uns ein Vorbild, wie man mit Rückschlägen umgehen sollte. Er ist für mich immer noch ein unfassbar guter, besonderer Spieler, der noch das eine oder andere Jahr in der Bundesliga spielen könnte. Ich würde mir wünschen, dass er den Abschied bekommt, den er verdient hat.

Wie Ribéry sind Sie ein gläubiger Mensch. Wie hilft Ihnen der Glaube im Leben?
Der Mensch ist an sich so, dass er sich in negativen Situationen in einen Strudel hineinziehen lässt. Der Glaube macht mich entspannter, weil ich weiß, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Man macht bei negativen Erlebnissen weiter und zieht viel Kraft daraus. In meinem Leben spielt der Glaube eine wichtige Rolle.

Beten Sie vor einem Spiel?
Nein, das nicht. Aber ich gehe immer mit einem Doppelschritt mit dem rechten Fuß auf den Platz und mache dann das Kreuz.

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